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Mittwoch, den 15. Februar 2012 um 13:30 Uhr |
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Wiesbaden. Altenpflegehelfer sollen in Zukunft auch im praktischen Teil ihrer Ausbildung besser qualifiziert werden. Das Land Hessen legte dafür am Mittwoch einen neuen Rahmenlehrplan vor, der neben der schulischen nun auch die praktische Ausbildung von Altenpflegerhelfern regelt.
Zwölf Jahre nach der Einführung der einjährigen Altenpflegeausbildung sei damit nun die Lücke der zu vermittelnden Kenntnisse und Fähigkeiten in der Praxis geschlossen, sagte Sozialminister Stefan Grüttner (CDU). Durch den verbindlichen Rahmenplan solle die Qualität der Ausbildung sicher gestellt werden.
Die im Jahr 2000 eingeführte Helferausbildung soll Menschen mit Hauptschulabschluss den Einstieg in die Altenpflege ermöglichen, da für die Fachausbildung mindestens ein Realschulabschluss nötig ist. Der bisherige Rahmenlehrplan aus dem Jahr 2003/2004 regelte ausschließlich die Anforderungen im Lernbereich Schule. Die in der Praxis zu vermittelnden Kenntnisse und Fähigkeiten blieben bislang unberücksichtigt.
Der neue Rahmenlehrplan gibt nun auch einheitliche Standards für die Praxisausbildung vor. Damit werde auch der Übergang in die Fachausbildung zum Altenpfleger erleichtert, betonte Grüttner. In beiden Ausbildungen würden nun ähnliche didaktische Vorgehensweisen zugrunde gelegt. Die Ausbildungszahlen stiegen, das zeige auch, dass die Helferausbildung erfolgreich dazu beitrage, neue Zielgruppen für die Fachausbildung zu erschließen.
Bessere Ausbildung kommt auch Heimbewohnern zugute
Im Oktober 2011 waren in Hessen rund 1.000 Menschen in der Ausbildung zum Altenpflegehelfer. Etwa die Hälfte von ihnen absolvierte bisher im Abschluss daran eine umfassendere Altenpflegeausbildung. In einer solchen Ausbildung zum Altenpfleger waren im Oktober 2011 rund 4.600 Menschen in Hessen. Das Land habe zum Ausbildungsbeginn 2011 die Zahl der landesfinanzierten Ausbildungsplätze an den Altenpflegeschulen um 500 Plätze erhöht, teilte Grüttner mit.
Der Rahmenlehrplan erspare eine Menge Arbeit, eine bessere Ausbildung komme vor allem den Bewohnern von Altenheimen zugute, betonte Anne Oppermann, im Regierungspräsidium Gießen zuständig für die Heimaufsicht. Ziel sei auch, dass die Schule praxisorientierter werde, und die Praxis schulischer, sagte Lukas Slotala vom Regierungspräsidium Darmstadt. Auch müssten die Schulen ständig ihre Standards hinterfragen.
Die Altenpflegehilfeausbildung sei notwendiger als je zuvor und helfe gegen den Fachkräftemangel in der Pflege, hob Jürgen Eierdanz von der Altenpflegeschule Marburg hervor. Allerdings schlage sich der Pflegenotstand auch auf die Ausbildung nieder, weil den Fachkräften weniger Zeit für die Ausbildung bleibe. Für die Schulen bedeute der neue Rahmenplan denn auch Mehrarbeit, weil die Ausbildung intensiver werde. (Gisela Kirschstein/dapd-hes) |