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DIE KOLUMNE: Wasser Drucken E-Mail
Freitag, den 09. Dezember 2011 um 23:21 Uhr
Rainer SanderSchwalmstadt. Erdöl zu fördern, zu transportieren, zu verarbeiten ist teuer und die Belastungen für die Umwelt durch Erdölprodukte sind hoch. Als die GRÜNEN fünf Deutsche Mark für einen Liter Benzin als angemessenen Preis bezeichneten, waren viele entrüstet. Inzwischen zahlen wir für das Be- und Entsorgen einer noch wichtigeren Flüssigkeit einen viel stärker steigenden Preis. Kosten um 7,00 Euro pro Kubikmeter Wasser sind in vielen Städten und Gemeinden bereits Alltag und dass die 10-Euro-Marke bald fallen wird, ist absehbar. Die Entscheidungen dafür sind längst getroffen.

Der Wasserpreis ist nicht wie beim Benzin von Rohstoff, Steuern, Nachfrage oder Verfügbarkeit abhängig, sondern zunehmend von Gesetzen, Verordnungen und juristischen Entscheidungen. Wasser kommt kostenlos aus der Erde und muss von keiner Stadt oder Gemeinde gekauft werden. Lediglich Wasserleitungen, Kanäle, Kläranlagen und zunehmend auch der Verwaltungsaufwand verursachen die hohen Kosten.

In den vergangenen zehn Jahren haben sich deutsche Städte und Gemeinden mit Milliardenbeträgen verschuldet, um alle Haushalte über neue Kanäle an Kläranlagen anzuschließen, Klärgruben stillzulegen, bestehende Leitungen mit Videokameras auf Dichtheit zu prüfen und Beschädigungen zu beheben. Ziel ist der europaweite Grundwasserschutz.
Das hat vor allem im ländlichen Raum, wo weniger Haushalte einem Kilometer Kanal nutzen, Kosten in schwindelnde Höhen getrieben. Viele Kommunen haben sich noch gar nicht getraut, alle Kosten an die Bürger weiterzugeben, wie es das Gesetz eindeutig vorschreibt.

Nun kommt zunächst die gesplittete Abwassergebühr. Pfiffige Bürger hatten gegen die Entwässerungssatzung ihrer Gemeinde geklagt und ein paar Richter fanden es wichtig, dass Regenwasser und Schmutzwasser aus den Haushalten getrennt berechnet wird. Pro Quadratmeter Dachfläche oder Pflaster zahlen wir demnächst einen Preis für die Einleitung des Regenwassers. Das verursacht höhere Verwaltungskosten und bei der Umstellung erhöhen viele Städte die Wassergebühren gleich kostendeckend mit, weil noch ein klein wenig mehr jetzt gerade nicht auffällt. Ein Rentner beispielsweise, dem ein stillgelegter Bauernhof gehört, in dem kein Wasser mehr verbraucht wird, könnte demnächst trotzdem Hunderte von Euro für Abwasser zahlen.

Und kaum ist das erledigt, zündet die nächste Stufe. Die EU möchte, dass auch alle Hausanschlüsse bin unter die Bodenplatte auf Dichtheit geprüft werden. Und noch einmal dreht sich die Preisspirale. Die Kommunen wollen das zentral organisieren und den Hauseigentümern in Rechnung stellen, die es selbstverständlich auch an ihre Mieter umlegen können.
Ich stelle immer wieder gerne die Frage, ob all das in den Karpaten, auf Sizilien und am Polarkreis tatsächlich auch überall genauso gehandhabt wird…?

Ihr Rainer Sander
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