Kolumne
DIE KOLUMNE: Ausgerechnet Irland… Drucken E-Mail
Mittwoch, den 27. Mai 2015 um 12:03 Uhr

©Archivfoto: nh24 | Wittke-FotosSchwalmstadt. Hoppla! Ausgerechnet das europäische Land, das keine Scheidung kennt und Abtreibungen selbst nach Vergewaltigungen nicht erlaubt, dafür aber die innovativsten Unternehmen der Computerbranche beherbergt, ein Land voller Gegensätze also, erlaubt die gleichgeschlechtliche Ehe! Sapperlot! Und es war nicht die Regierung, nicht die Politiker, sondern eine satte Mehrheit von rund 60 Prozent der Wähler, die das entschieden hat…

Das setzt überall in Europa diejenigen unter Druck, die wegen ihres konservativen Images und der vermeintlich konservativen Wählerschaft, stets der Meinung waren, man könne so etwas nicht erlauben – die vollwertige Ehe unter Männern oder unter Frauen. Im Grunde scheint es jetzt völlig egal zu sein, ob man dafür oder dagegen ist, mit konservativ, katholisch oder weltanschaulich lässt sich das gar nicht erklären. Denn konservativer und katholischer als in Irland geht nicht…

In fast allen Demokratien Europas ist das Für und Wider nicht unbedingt eine Frage der Suche nach einer richtigen Lösung. Eigentlich ist es immer wieder ein saublödes Thema und wenn man als Partei dafür oder dagegen ist, dann nur, weil man vermutet, wie die eigenen Wähler sich in dieser Frage verhalten würden. In Irland haben auch viele Parteimitglieder geglaubt, dass ihre Wähler eine andere Meinung vertreten...

Selbst im antiken Griechenland und auch im „alten Rom“ haben es die Menschen verstanden mit dem Thema umzugehen. Im modernen Deutschland gibt es vieles, mit dem es uns schwerfällt umzugehen. Da ist das Fremde, das wir selbst dann als Bedrohung empfinden, wenn wir es gar nicht sehen! Da sind andere Religionen, die wir verteufeln, obwohl es eigentlich auch kaum noch Christen in Deutschland gibt, bestenfalls noch christlich geprägte Traditionen. Interessant ist, dass es quer durch alle Parteien Betroffene gibt, von denen immer welche für oder gegen ihre Neigung abstimmen müssen. Das gilt auch für die Kirchen und gesellschaftliche Organisationen.

Ob die Welt bunter und farbenfroher werden muss, ist auch nicht die Frage. Ob der Schutz der Familie bedroht ist, ist angesichts der zu erwartenden Zahl gleichgeschlechtliche Ehen ebenfalls kaum eine reale Frage. Mehr eine Schutzbehauptung im wahrsten Sinne des Wortes. Die Frage wäre bestenfalls die, ob wir als Gesellschaft die Größe besitzen, es zuzulassen, dass es Menschen gibt, deren Gefühle einfach anders ticken, als die der Mehrheit.

Vielleicht sollten wir auch in Deutschland den Mut haben diejenigen zu fragen, von denen Politiker bloß vermuten, was sie wollen – nämlich die Menschen in Deutschland. Menschen können tatsächlich Entscheidungen treffen!

Ihr

Rainer Sander

nh24 aus Schwalmstadt bei Facebook
https://www.facebook.com/nh24de

Banner

 
<< Start < Zurück 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Weiter > Ende >>

Seite 11 von 395

 

Valid XHTML & CSS | Template Design ah-68 | Copyright © 2009 by NH24