Kolumne
DIE KOLUMNE: Schnelles Internet Drucken E-Mail
Donnerstag, den 10. März 2016 um 19:21 Uhr

Rainer SanderSchwalmstadt. Zwei Worte beflügeln gerade Nordhessen: „Schnelles“ und „Internet“. 50 Mbit, 30 Mbit? Egal, Hauptsache schnelles Internet! Fünf Landkreise haben sich zusammengetan und diskutieren seit zwei Jahren das Thema „Schnelles Internet“, wobei mit dem Begriff nicht gemeint ist, dass das Internet schnell kommt.

In vielen Kommunen wird es viele Jahre dauern bis das Glasfaserkabel irgendwann in ferner Zukunft einmal sehr schnell Daten überträgt. Das ist auch bitter nötig, denn in der Tat kann heute kaum noch ein Betrieb an einem Ort überleben, an dem er nicht - wie der gesamte Wettbewerb - Angebote und Rechnungen per E-Mail auch mit großen Dateianhängen verschicken kann, an dem Forschung und Entwicklung nicht auf Online-Datenbanken zugreifen können und Kunden nicht online bestellen können. Und damit heißt es auch: Aus der Traum vom Kampf gegen den demographischen Wandel?

Ganz anders verhält es sich sonst zwischen Nordkap und Äquator. Egal, ob man in Finnland am Inari-See in der Sauna liegt, beim Wasalauf in Schweden von Sälen nach Mora hetzt oder auf dem Weg zum Nordkap in Norwegen ist: Schnelles Internet und Handys gehen immer!

Selbst in den Ländern, aus denen gerade die meisten unserer Flüchtlinge herkommen, sind schnelles und meist kostenloses WLAN selbstverständlich. Und so gelangen Studenten aus Spanien zum Semesterferien-Job nach Deutschland und Flüchtlinge kommen aus armen Gegenden. Sie wundern sich, wie Europas führende Wirtschaftsnation so weit kommen konnte – ohne Schnelles Internet. Ähnlich war es wenige Monate nach der Wende, als mir ein Immobilien-Makler - kurz nach seiner Existenzgründung im thüringischen Weimar - entgegen hielt: „ich kann nicht verstehen, wie der Westen bei diesen Baugesetzen so weit kommen konnte“.

Heute ist der Osten mit denselben Bebauungsplänen und dem gleichen Baurecht genauso weit gekommen wie der Westen. Deutschland schafft es immer wieder, mit weniger mehr zu produzieren?

Das ist eine spannende Voraussetzung. Was könnten wir denn noch alles weglassen, um am Ende mit volleren Händen dazustehen? Na klar, das wichtigste überhaupt: Geld! Kommt man ohne Geld zu Reichtum? Das haben Finanzstrategen längst begriffen, Schweden ist uns weit voraus und hat die Barzahlung verboten. Wolfgang Schäuble denkt bereits laut darüber nach. Na denn…

Ihr

Rainer Sander

nh24 bei Facebook
https://www.facebook.com/nh24de

Banner

 
<< Start < Zurück 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Weiter > Ende >>

Seite 11 von 209

 

Valid XHTML & CSS | Template Design ah-68 | Copyright © 2009 by NH24