Kolumne
DIE KOLUMNE: Marktschreier Drucken E-Mail
Sonntag, den 15. Januar 2017 um 10:04 Uhr

Rainer SanderSCHWALMSTADT. Sie sind unterwegs, die starken Männer (und Frauen) mit den starken Worten. Sie wollen ihr Land mit einfachen Entscheidungen und simplen Parolen führen und – wie Trump verspricht – stark machen! Starke Typen braucht die Welt! Dabei wird immer unwichtiger, was korrekt ist und was tatsächlich um sie und uns herum passiert. Wenn man das Gefühl hat, dass etwas richtig ist, dann muss das stimmen!

Die Welt ist komplexer geworden und vielen Menschen verstehen schon Sätze nicht mehr, in denen das Wort komplex vorkommt. Wir telefonieren mit Handys aus Taiwan oder China, wir fahren Autos aus aller Herren Länder und wir verfahren in ihnen Benzin aus Ländern, mit denen wir heute lieber nichts zu tun hätten. Aber wir allen wollen, dass das Benzin, die Autos und die Handys billig bleiben, um zweimal im Jahr nach Malle oder Antalya fliegen zu können. Wir importieren außerdem Lebensmittel aus Ländern, in denen es schön warm ist oder Hosen, Röcke, Schuhe oder Blusen aus Staaten, in denen die Menschen nicht mal ein Zehntel von dem verdienen, für das wir gerade noch arbeiten würden. In Syrien sollen Russland, die Türkei und Amerika zusammenhalten, aber jeder hat ein anderes Ziel. Und dann sollen Leute wie Trump, Erdogan, Petry, Gauland, Wagenknecht, Le Pen einfache Lösungen kennen, die alle Probleme beseitigen! Wow!

Vielleicht hilft es einen Blick in die Tierwelt zu werfen. Wölfe, die in der freien Natur leben, können bellen, aber sie tun es nicht. Sie heulen. Haushunde, die mit den Menschen leben bellen dagegen viel und laut aber sie heulen – bis auf wenige Ausnahmen (Huskys) – dafür nicht mehr… Eine interessante Anpassung an die menschlichen „Vorbilder“. Interessant ist aber auch, dass die Leithunde innerhalb eines Rudels, trotzdem fast nie bellen. Sie führen souverän, zeigen Präsenz und sind vor allem in Gefahrensituationen gelassen und ruhig. Trotzdem weiß jeder Hund im Rudel die Führungsgesten zu deuten und beachtet sie. Höchstens wenn sich rudelfremde Tiere nähern, wird warnend gebellt.

Hunde neigen also dazu, Kläffer nicht sonderlich ernst zu nehmen. Diese stehen in der Rangfolge weit hinten an, denn ihnen fehlt einfach die Souveränität, um ihnen vertrauen zu können. Bei uns Menschen gibt es viele, die weniger dem Verstand, als den lauten Worten der Marktschreier trauen…

Ihr

Rainer Sander

 
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