Kolumne
DIE KOLUMNE: Kompliziert Drucken E-Mail
Donnerstag, den 25. September 2014 um 17:53 Uhr

Rainer SanderSchwalmstadt. Die Welt wird komplizierter. Die EU will den Osten „erobern“. Die Ukraine und sogar Georgien stehen auf der Wunschliste. Das kann Russland niemals zulassen. Russland und China unterstützen auch Syriens Alt-Diktator Assad. Weil eine Revolution immer ein unrechtmäßiger Aufstand ist. Aha! China und Russland haben damit schließlich eine Menge Erfahrung.

Im syrischen Bürgerkrieg dominiert inzwischen die ISIS (IS). Die haben im Grunde alle „gottlosen“ Staaten zu Gegnern erklärt. Also auch Russland. Und schon wird es unübersichtlich. Obwohl Moskau gegen den arabischen Frühling kämpft, wird Putin kaum akzeptieren, dass die Amerikaner Bomben auf syrische Dschihadisten schmeißen, weil die auch Assad treffen könnten. Andererseits stärkt das Assad gerade. Aber würde Russland eingreifen, wenn Assad von der IS gestürzt würde und würde Amerika im Gegenzug auch protestieren?

Im Irak ist‘s anders. Da mögen die Russen die Regierung eher weniger, weil sie von den USA unterstützt wird. Also doch der IS applaudieren? Schwierig! Den Iran juckt es in den Fingern, aber mit Amerikanern gemeinsame Sache machen? Kaum! Und gleichzeitig die Kurden unterstützen, die bei militärischem Erfolg garantiert mit den Kurden in der Türkei und im Iran einen eigenen Staat fordern würden? Keine Regierung in dieser Region will das, schon gar nicht Erdogan in Ankara. Der ist eigentlich gegen Assad, fürchtet aber auch die militanten Kurden. Er ahnt zugleich, dass der IS auch vor einer Islamisierung der Türkei nicht zurückschrecken würde. Das „Türkische Dilemma“.

In Libyen, dem einzigen Land, in dem westliche Truppen in einen Bürgerkrieg eingegriffen haben, erwartet die neue Regierung auch Hilfe gegen die Dschihadisten. Vergebens, obwohl die Bedrohung nicht grundsätzlich anders ist, als in Syrien.

Deutschland liefert Waffen – oder sollten wir uns raushalten? Und in den vielen Scheichtümern und Ölstaaten? Auch diese sind verbal längst Ziel des IS, der sein Kalifat kaum auf Bagdad und Damaskus beschränken will. In den Herrscherhäusern kauft man sich gerne frei und kann es sich leisten. Ganz sicher fließen „Schutzgelder“ aus diversen Emiraten. Wir können uns freuen! Denn sollten die ersten Emirate fallen: „Unser“ deutscher und Baunataler Volkswagen gehört allein in direkter Beteiligung zu 12,5 Prozent Katar. Die IS im Aufsichtsrat von VW?

Immerhin kämpfen gerade nur Moslems gegen Moslems. Also wäre es am besten, Taliban und IS aufeinander zu hetzen? Schon Rom hat nach der Niederlage in der Varusschlacht und den gescheiterten Rachefeldzügen entschieden, die Germanen sich selbst und ihren internen Streitigkeiten zu überlassen und den Limes gebaut. Das hat immerhin etwa 450 Jahre funktioniert, aber dann haben die Germanen Rom erobert. Heute geht alles etwas schneller. Also hätten wir mit dieser Strategie nur 10 Jahre, bis der IS in Berlin stünde? In der Tat, die Welt ist komplizierter geworden…

Ihr

Rainer Sander

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