Kolumne
DIE KOLUMNE: Ein Apple und ein (e)i Drucken E-Mail
Sonntag, den 03. Mai 2015 um 18:49 Uhr

Rainer SanderSchwalmstadt. Warum macht ein Automobilproduzent wie Elon Musk von TESLA so viel Hype um eine Batterie? Als wäre es das iPhone 7? Amerikas Elektroauto-Hersteller Nummer 1 produziert jetzt Stromspeicher für Zuhause. OK! Und sonst noch?

Es war der Tagesschau einen kleinen Bericht wert, der Wirtschaftswoche, der Spiegel berichtete vorsichtig, die restlichen Medien wissen noch nicht, wie sie mit der Nachricht überhaupt umgehen sollen. Die deutschen Automobilproduzenten sind schließlich die besten Anzeigenkunden. Will man die brüskieren? Oder unterschätzt man das, was da gerade beginnt? Eine Batterie im Keller? Wer braucht das?

Alle, die Solarstrom auf dem Dach am Tage im Überfluss produzieren und im Dunkeln für Fernseher, Licht, Tablet und den Geschirrspüler nach dem Abendessen trotzdem Strom aus dem Netz kaufen müssen. Die brauchen das! Das alles ist nämlich seit der – längst fälligen – Korrektur des EEG nicht mehr ganz so wirtschaftlich. Ab Sommer beginnt nun eine neue Ära des Speicherns…

Eigentlich ist gar nicht die Nachricht so besonders, dass TESLA einen Speicher produziert. TESLA produziert mit einem offenen Patent. Das ist das Signal. Jeder darf mitmachen und ein großes Angebot senkt den Preis. Ab jetzt wird es auch ohne Zuschuss sinnvoll, eine Solaranlage auf das eigene Dach zu schrauben, weil es nämlich dann teuer – und unsinniger wäre, nur Strom aus der Dose zu kaufen. Man wäre blöd, keine PV-Anlage zu haben, weil es wirklich billiger wird. TESLA beginnt mit 3.100 Euro für 10 KW, etwa 35 Prozent des bisherigen Marktpreises. Ein Wort! Wo dürfen wir das Ende sehen? Schon bald bei 1000 Euro oder weniger? Beginnt jetzt ein Preisverfall in wenigen Jahren, wie bei den Flachbildschirmen und Monitoren? Genau darauf setzt Elon Musk (TESLA), denn dann werden plötzlich auch seine (und andere) Elektro-Autos erschwinglicher und wirtschaftlich. Auf die Nutzungsjahre gerechnet mit fast kostenlosem Strom aus der eigenen Steckdose.

Und Herr Musk ist kein Träumer, wohl aber ein Visionär, bei dem bisher alles geklappt hat: er hat das Internet-Bezahlsystem Pay-Pal entwickelt, fliegt mit seinen Raketen zur internationalen Raumstation ISS ins Weltall und rangiert mit seine E-Autos in Amerika vor der gesamten Verbrenner-Oberklasse der Deutschen Auto-Elite. Und Mercedes Benz hat gerade noch erklärt, keine Batterien bauen zu wollen…

Wenn bald die ersten Controller – also die heimlichen Herrscher - in den großen Unternehmen ausrechnen, dass ein TESLA für ihren Chef günstiger fährt als ein 7er oder die S-Klasse, dann kommt Bewegung in den Automarkt. Und für was brauchen wir noch SuedLink, wenn kein Strom mehr durch die Netze fließt? Die Abgeordneten im Bundestag und den Landtagen werden das als letzte merken, weil sie 5er und E-Klasse immer noch mit Spitzenrabatt erwerben und die Lebensversicherungen klagen werden, dass ohne SuedLink-Rendite die Riester- und Rürup-Renten wackeln.

Und der Deutschen Auto-Industrie droht ein Schicksal, wie gerade erst NOKIA? Bei den Finnen hatte man, als das erste iPhone auf den Markt kam, fest daran geglaubt, dass niemand ein Handy ohne Tastatur kauft. Weil Telefone schon immer Tasten (oder Wählscheiben…) hatten? Wenige Jahre später war der einstige Weltmarktführer am Ende und hat seine Handy-Sparte für einen „Apple und ein i“ an Microsoft verkauft…

Ihr

Rainer Sander

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