| Munch in Frankfurt begeistert auch Norweger |
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| Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 18:21 Uhr |
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Auch Kronprinzessin Mette-Marit schaut vorbei "In der Dokumentation der Vielseitigkeit dieses Künstlers ist die Ausstellung in der Frankfurter Schirn substanziell und besonders - jedenfalls außerhalb unseres Landes", lobt der Direktor des Osloer Munch-Museums, Stein Olav Henrichsen, am Mittwoch bei der Vorbesichtigung der Schau. Unter dem Titel "Edvard Munch. Der moderne Blick" gehören dazu auch Fotografien und vier Kurzfilmchen. "Von meinen Landsleuten wird diese Ausstellung stark beachtet", ergänzt Henrichsen. Munch habe nie etwas wegwerfen können, die Bestände des Osloer Museums seien daher riesig. "Also freut es auch uns, dass diese Ausstellung so facettenreich ist." Die jetzt 200. Kunstschau in der Geschichte der Schirn entstand in Zusammenarbeit mit Oslo und dem Pariser Centre Pompidou. "Dort lief die Ausstellung bis Januar und war eine der erfolgreichsten aller Zeiten", sagt Kuratorin Angela Lampe. In der Schirn endet sie am 13. Mai, danach wandert sie in die Londoner Tate Gallery of Modern Art. Munch, der Kinogänger "Munch war kein Maler der Moderne, aber ein moderner Künstler", bilanziert Lampe. "Diese These verdeutlichen wir in der Ausstellung." Zeitgenössischen Kritikern, die der Fotografie absprachen, die "Geistigkeit eines Menschen mechanisch ausdrücken" zu können, setzte Munch gezeichnete Selbstporträts entgegen, die in ihrer Darstellung von Licht und Schatten die Vorzüge einer Kameraaufnahme widerspiegeln. Die Schirn zeigt Serien solcher Abbilder, auch reine Fotografien aus der Hand des Künstlers. Zur Bekräftigung des Ausstellungsthemas hängen in der Kunsthalle Originalfotos, keine Neuabzüge. Auch Kronprinzessin Mette-Marit schaut vorbei Zeitweilig lebte Munch in Berlin und ließ sich dort vom österreichischen Regisseur Max Reinhardt zu Bildern animieren, die zugleich Bühnenszenen und Gemälde sind. Werke wie "Der Mord" (1906) lassen den Betrachter nicht außen vor, sondern fordern auf, einem Geschehen intim beizuwohnen. "In Norwegen arbeitete Munch auch immer wieder wie ein Lokalreporter", berichtet Kuratorin Lampe. In dem Gemälde "Das Haus brennt" drückt Munch die Reportage über ein Ereignis in seiner Nachbarschaft aus, bei dem er 1927 selbst als Helfer eingriff und zu der er das Foto in einer Zeitung später teilweise als Vorlage nutzte. Die Schirn zeigt Munch als Künstler, der sich mit der visuellen Kultur seiner Zeit auseinandersetzte. "Von dieser neuen, weiter gefassten Perspektive waren wir begeistert", sagt der Norweger Henrichsen. Ein Ausstellungskonzept, dass den Kuratoren größtmöglichen Zugriff auf den Fundus des Osloer Munch-Museums erlaubte. Noch am Abend vor der Eröffnung hatte sich die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit am Mittwoch in Frankfurt zu einem Rundgang angekündigt. (dapd-hes/Stefan Höhle) Stichwort: Edvard Munch Edvard Munch ist der bedeutendste norwegische Maler und Grafiker. Er wurde am 12. Dezember 1863 als Sohn eines Arztes geboren. Er durchlebte eine schwere Kindheit, die er in seinen Werken auf melancholisch-dramatische Weise verarbeitete. Seine Mutter starb an Tuberkulose, als er fünf Jahre alt war. Mit 17 Jahren begann Munch eine künstlerische Ausbildung an der Zeichenschule in Kristiania, dem heutigen Oslo. Ein paar Jahre später schloss er sich dem Kreis der "Kristiania-Bohème" an, einer Gruppe von Künstlern, Schriftstellern und Studenten, die sich gegen die bürgerliche Gesellschaft und ihre Moral auflehnte. Nach einer großen Einzelausstellung in Kristiania erhielt Munch ein Stipendium und ging für drei Jahre nach Paris. 1892 stellte er die Ergebnisse seiner Studienaufenthalte in seiner Heimat vor. Der Berliner Kunstverein lud ihn ein, die Bilder dort zu zeigen. Es kam zu einem Skandal: Das Publikum empfand Munchs Bilder als anarchistische Provokation. Die Schau musste geschlossen werden. 1902 stellte Munch in der "Berliner Secession" seinen "Lebensfries" aus, der einige seiner berühmtesten Werke wie "Der Schrei", "Vampir" und "Asche" umfasst. Nach einem Zusammenbruch 1908 verbrachte Munch einige Monate in einer Nervenklinik und kehrte danach für immer nach Norwegen zurück. 1916 erwarb Munch die Villa Ekely bei Oslo, wo er bis zu seinem Tod am 23. Januar 1944 lebte. Seine Werke wurden wiederholt zum Ziel von Kunstdieben. 2004 wurden zum Beispiel in einem Museum in Oslo seine Meisterwerke "Der Schrei" und "Madonna" gestohlen. Sie wurden zwei Jahre später von der Polizei sichergestellt. Frankfurter Munch-Ausstellung in sieben Daten - Die Ausstellung "Edvard Munch. Der moderne Blick" in der Kunsthalle Schirn in Frankfurt am Main öffnet für Besucher am Donnerstag (9. Februar) und läuft bis zum 13. Mai. Ab 28. Juni wird sie ihn London gezeigt. - Die Öffnungszeiten sind täglich außer montags von 10.00 bis 19.00 Uhr, mittwochs und donnerstags bis 22.00 Uhr. - Für Kinder unter acht Jahren ist der Eintritt frei, alle anderen zahlen 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, Familien 20 Euro. - Die Schirn bietet dienstags (17.00 Uhr), mittwochs, donnerstags (jeweils 19.00 Uhr), freitags (11.00 Uhr), samstags (17.00 Uhr) und sonntags (11.00 und 15.00 Uhr) Führungen an. - Die Kunsthalle auf dem Frankfurter Römerberg ist mit den U-Bahnen U4 und U5 (Station Dom/Römer) und den Straßenbahnlinien 11 und 12 (Station Römer/Paulskirche) zu erreichen. - Die Deutsche Bahn bietet für die Munch-Ausstellung in der Schirn ein Kulturticket an (39 Euro 2. Klasse, 59 Euro 1. Klasse), verbunden mit ermäßigten Eintrittspreisen. - Informationen zur Ausstellung gibt es unter der Telefonnummer der Schirn (069-2998820) und auf der Internetseite schirn.de Mehr zur Ausstellung - mit Fotostrecke - erfahren Sie im nh24-Veranstaltungskalender. |















