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Galgenplauderei: «Vielmals auf den Kopf gehacket» Drucken E-Mail
Donnerstag, den 16. Februar 2012 um 16:12 Uhr
Verschiedene Methoden der Hinrichtung (Foto:nh)Galgen und Scharfrichter in Hessen

Kassel.
Zum Henker! Kein anderer Beruf hat einen schlechteren Ruf als der des Scharfrichters. Doch entspricht das populäre Bild der Wirklichkeit? Und was geschah im Schatten des Galgens? Einige der steinernen Richtsäulen sind auch in Hessen erhalten und zeugen von einer Zeit, als einer Schuld eine öffentliche Sühne zu folgen hatte. Anhand historischer Quellen erläutert die Frankfurter Kunsthistorikerin und Autorin Dr. Jutta Failing den Alltag der Scharfrichter und die vermeintliche „Kunst des Tötens“.

Erläutert werden Vorurteile und Aberglaube sowie der Umgang mit
den „herrenlosen“ Leichen der Hingerichteten, die geschäftstüchtige Apotheker zu Medizin verarbeiteten.

Viele Scharfrichter hatten exzellente anatomische Kenntnisse und betätigten sich – quasi im Nebenberuf – als Bader und „Zahnausreißer“. Vorgestellt wird auch der Grabstein für einen Henker – eine Seltenheit, erhielten die meisten doch nur ein Begräbnis ohne Predigt und Glocke. Zu sprechen kommt die Referentin auf die „Berufskleidung“, die zuletzt aus Frack, Zylinder und weißen Handschuhen bestand. Abgerundet wird diese geschilderte Lebenswirklichkeit der Scharfrichter-Familien und der Geschehnisse am Blutgerüst mit einer feinen Portion „Galgenhumor“.

Galgenplauderei: «Vielmals auf den Kopf gehacket»

Galgen und Scharfrichter in Hessen


Lesung mit Dr. Jutta Failing, Kunsthistorikern und Autorin aus Frankfurt


Mittwoch, 22. Februar 2012 - 19.00 Uhr

Im Rahmen der Sonderausstellung Galgen, Rad und Scheiterhaufen –
Einblicke in Orte des Grauens

Eintritt incl. Museumsbesuch: 8.50 Euro | 6.50Euro ermäßigt

Zur Autorin:


Dr. Jutta Failing, 1967 in Gießen geboren, Kunsthistorikerin, Autorin und Kolumnistin. Sie hat sich in verschiedenen Publikationen mit hessischem Brauchtum, Märchen- und Sagenstoffen
sowie dem Leben der Scharfrichter beschäftigt. Mit wissenschaftlicher Genauigkeit und
einer Portion Ironie geht sie an Themen wie Volksmagie, Pflanzenbrauchtum und Tiersymbolik heran.
Sie promovierte zum Thema Frosch und Kröte in der mittelalterlichen Kirchenkunst. 

Mehr zur Sonderausstellung Galgen, Rad und Scheiterhaufen vom 28. Januar 2012 – 28. Mai 2012 im Museum für Sepulkralkultur Kassel finden Sie im nh24-Veranstaltungskalender. (pm/beg)

MUSEUM FÜR SEPULKRALKULTUR | WEINBERGSTRASSE 25-27 | 34117 KASSEL
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