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Floristen im Valentinstagsfieber Drucken E-Mail
Samstag, den 11. Februar 2012 um 13:55 Uhr
Floristen im ValentinstagsfieberFrankfurt. Der Mann schenkt seiner Liebsten zum Valentinstag Rosen: Was wie ein Klischee klingt, kann der Fachverband Deutscher Floristen nur bestätigen. Rosen sind die mit Abstand beliebtesten Blumen zum 14. Februar. Und es seien vor allem Männer, die in die Blumenläden stürmten, sagt Ulrike Linn, Geschäftsführerin des Landesverbandes Hessen am Samstag auf Anfrage. Für Jürgen Scherer, Geschäftsführer eines Blumengroßhandels in Frankfurt, sind seine Geschlechtsgenossen damit etwas fantasielos.
"Es soll immer nur der Klassiker sein."

Zum Valentinstag ordert Scherer die fünffache Menge rote Rosen.
Junge Männer kauften häufig eine einzelne, langstielige Rose, die ältere Generation dagegen meist üppige Sträuße. "Die Männer geben inzwischen mehr Geld für ihre Frau als für ihre Mutter aus", sagt Scherer in Anspielung auf das Geschäft am Muttertag.

Während der Blumengroßhändler sich auf eine hundertprozentige Umsatzsteigerung einstellt, ist der Valentinstag für den Einzelhandel längst nicht so verkaufsträchtig wie andere "kommerzielle Feiertage" wie Halloween. Zwar werden im Lebensmittelhandel Süßwarenprodukte speziell für den "Tag der Liebenden" angeboten, aber ein nennenswertes Verkaufsplus wird es nicht geben, wie der Hauptgeschäftsführer des hessischen Einzelhandelsverbandes, Michael Kullmann, sagt.

Für Halloween würden dagegen ganze Warengruppen wie Masken und Textilien speziell hergestellt. Weihnachten oder der Geburtstag des Partners spielten zudem eine wesentlich größere Rolle als der Valentinstag. Bei Schmuckwaren und Parfüm erwartet der Einzelhandel dennoch "den ein oder anderen größeren Umsatz".

Fair gehandelte Rosen in den Läden

Wenn die Floristen recht behalten, bleibt die Bedeutung des Valentinstags in Zukunft erhalten. Das sagten 75 Prozent in einer Blitzumfrage des Fachverbands nach dem 14. Februar 2011. Zwei Drittel der Kunden gaben demnach im vergangenen Jahr um und am Valentinstag bis 20 Euro für Blumen aus, ein Drittel investierte 20 bis 40 Euro. Mit 85 Prozent verkauften die Blumenläden 2011 zum Valentinstag am häufigsten gebundene Sträuße, aber auch Gestecke und dekorierte Topfpflanzen gingen über den Ladentisch.

Wer möchte, kann auch fair gehandelte Rosen erwerben.
Verschiedene Supermärkte und Floristen haben sie bundesweit in ihr Sortiment aufgenommen. Im vergangenen Jahr wurden rund 81 Millionen Fairtrade-Blumen verkauft, wie Transfair (Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der "Dritten Welt") berichtet. Auch das Angebot an Süßwaren mit Fairtrade-Siegel werde zunehmend bunter. Allein über 1.000 Tonnen fair gehandelte Schokoladenwaren naschten die Deutschen im vergangenen Jahr demnach. Am lukrativsten wäre es für den Handel wohl ohnehin, wenn die Männer zu den Rosen noch eine Schokolade legen würden.
(Clarice Wolter/dapd-hes)
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