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Schweigeminute vor Yozgats ehemaligem Internetcafé Drucken E-Mail
Donnerstag, den 23. Februar 2012 um 14:45 Uhr
Hessen gedenkt Opfer des rechten Terrors - Yozgat wünscht sich Umbenennung der Holländischen Straße

menschenkette_32_awKassel/Baunatal. Etwa 30 Bürger haben sich am Donnerstag in Kassel zur bundesweiten Schweigeminute für die Opfer der Mordserie von Rechtsextremisten vor einem der Tatorte versammelt. Sie gedachten vor dem Haus in der Holländischen Straße des dort 2006 von der NSU erschossenen türkischen Internetcafé-Betreibers Halit Yozgat.

"Wir haben bewusst nicht viele Leute zum Tatort eingeladen. Es ist das viel wichtigere Zeichen, dass überall in Deutschland kurz innegehalten wird", sagte Kamil Sygin, Vorsitzender des städtischen Ausländerbeirats. Auch bei Yozgats Arbeitgeber, dem VW-Werk in Baunatal, standen um 12 Uhr die Bänder für kurze Zeit still.

Auch vor dem Kasseler Rathaus hielten einige Passanten inne. Zum stillen Gedenken fanden sich auch die Kasseler Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich (SPD), der Präsident der Universität Kassel, Dieter Postlep, sowie mehrere ehrenamtliche Magistratsmitglieder ein und legten weiße Rosen an der Haustür des Opfers nieder.

Vater fordert Umbenennung der Straße in Kassel

Der Vater von Halit Yozgat nahm unterdessen in Berlin an der Zeremonie im Konzerthaus am Gendarmenmarkt teil. Dort lehnte Ismail Yozgat eine finanzielle Entschädigung seiner Familie seitens des Staates ab. "Wir möchten keine finanzielle Entschädigung, wir möchten seelischen Beistand", sagte er vom Podium der Gedenkfeier aus. Er wünsche sich, dass alle Mörder sowie Hintermänner und Helfershelfer gefasst würden und dass in Kassel die Holländische Straße, in der sein Sohn ermordet wurde, nach diesem benannt werde.

3.500 Menschen bildeten im Dezmeber 2011 eine Kette zum Andenken an die Opfer der rechten Mordserie (Foto: ALexander Wittke/dapd)Mit einer Menschenkette aus rund 3.500 Bürgern - wir berichteten - war bereits im Dezember in Kassel der neun Männer und der Polizistin gedacht worden, die Opfer der sogenannten Zwickauer Zelle wurden.

In ganz Hessen haben am Donnerstag Menschen an der bundesweiten Schweigeminute für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt teilgenommen. In vielen Städten und Kommunen standen um 12 Uhr die Busse und Bahnen für eine Minute still. Mit Durchsagen wurden die Fahrgäste zudem auf die Gedenkminute hingewiesen, die aus Anlass der Trauerfeier am selben Tag in Berlin sttattfand. Der Hessische Rundfunk unterbrach seine Programme.

Mitarbeiter des hessischen Landtags in Wiesbaden versammelten sich am Mittag auf dem Schlossplatz, um der Opfer der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) öffentlich zu gedenken.
"Stadt und Gesellschaft müssen deutliche Zeichen setzen, damit solche Gewalt in unserem Land künftig verhindert wird", sagte Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU).

Der NSU werden neun Morde an Migranten in der gesamten Bundesrepublik und zudem der Mord an einer jungen Polizistin zur Last gelegt. Eines der ersten Opfer war im September 2000 ein türkischer Blumenhändler aus dem hessischen Schlüchtern, der an seinem mobilen Blumenstand in Nürnberg erschossen wurde. 2006 wurde als letztes Opfer der Serie der Kasseler Halit Yozgat in seinem Internetcafé ermordet.

Auch Mitarbeiter im VW-Werk in Baunatal beteiligten sich an der Gedenkminute ©Foto: Hessennews

Bei Yozgats Arbeitgeber, dem Volkswagen-Werk in Baunatal, standen um 12 Uhr die Bänder für kurze Zeit still. Die Kollegen wollten mit dem kurzen Aussetzen der Produktion ein besonderes Zeichen der Anteilnahme setzen. Alle 15.000 Mitarbeiter wurden von ihren Vorgesetzten außerdem dazu aufgerufen, sich in den Büros ihrer jeweiligen Vorgesetzten einzufinden, um dort gemeinsam den Opfern zu gedenken.

Nach Angaben von DGB und IG Metall wurde auch in vielen weiteren Betrieben der Opfer gedacht. Am Frankfurter Hauptbahnhof herrschte dagegen um 12 Uhr die übliche regsame Betriebsamkeit. Im Eingangsbereich tätige Bauarbeiter stoppten nicht einmal den Presslufthammer. (dapd-hes/Holger Vieth und Carsten Albert/nh24)

Mehr zum Thema lesen Sie hier:
VIDEO: «Kassel ist eine Stadt der Toleran

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Kommentare

 
-11 # peter bond 2012-02-23 23:09
x
 
 
-7 # Reinhold 2012-02-24 18:12
Ach du lieber >JESUS CHRISTUS<
Wir können auch noch versuchen die Erdrotation für eine Minute anzuhalten !!!

Nicht zu fassen....
 
 
-2 # Nh24-FAn2 2012-02-25 11:16
Find ich auch...Man kann´s treiben, aber auch übertreiben...! !
 
 
+8 # bunkerpaule 2012-02-25 21:10
Man kann´s treiben, aber auch übertreiben...!!
...nämlich mit der Umbennung der Holländischen Strasse !!!
Soll jetzt etwa jede Strasse, in der mal jemand ermordet wurde, umbenannt werden ??
 

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