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Michael Zube auf der Walz durch Europa nach China Drucken E-Mail
Dienstag, den 05. Juni 2012 um 13:29 Uhr

Der ehrbare Maurergeselle Michael Zube machte dieser Tage Station bei der Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder in Homberg.  Assessor Armin Jordt von der Kreishandwerkerschaft. ©Foto: Wolfgang Scholz/nhHomberg. Der ehrbare Maurergeselle Michael Zube aus Kiel machte dieser Tage Station bei der Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder in Homberg. Der Geselle befindet sich seit Mai 2011 auf der Walz und war seinerzeit in Lüneburg gestartet. Die Vorschrift der Schächte (Vereinigungen),  in denen die ehrbaren Wandergesellen verbunden sind, fordert eine Wanderschaft von mindestens drei Jahren und einem Tag.

Nach bestandener Gesellenprüfung ging Michael Zube nach dem alten Handwerksbrauch auf Wanderschaft. Seine Ziele formuliert er klar. „Erst Deutschland erkunden und dann die benachbarten europäischen Länder im Osten bereisen. Wenn ich es schaffe, dann möchte ich gerne bis nach China“, sagte er. Was sich anhört wie ein Erlebnisurlaub ist in Wirklichkeit das Erlernen von Fähigkeiten und Fertigkeiten aus verschiedenen Regionen. Bei den Kreishandwerkerschaften, Handwerkskammern und auch bei Städten und Gemeinden dürfen die Wandergesellen entsprechend der Tradition vorsprechen und ihr Wanderbuch vorlegen. Meist er halten sie dann eine kleine Reiseunterstützung, etwas zu trinken und manchmal auch etwas zu essen. „Seit einigen Jahren erfreut sich die Wanderschaft steigender Beliebtheit. Gerade die jungen Handwerker besinnen sich auf die alte Tradition und die damit verbundenen Tugenden“, berichtete Armin Jordt, Assessor der Kreishandwerkerschaft.  

Ehrenkodex

Die Gesellen sollen vor allem neue Arbeitspraktiken, Lebenserfahrung und fremde Orte, Regionen und Länder kennenlernen. Ein Handwerker, der sich auf dieser traditionellen Wanderschaft befindet, wird als Fremdgeschriebener oder Fremder bezeichnet. An der Farbe der Kluft, an der Krawatte und an der Nadel kann man den Beruf und den Schacht des Wandergesellen erkennen. An diesen Indizien kann man zudem seine Rechtschaffenheit zu erkennen. Der Ausdruck der Handwerkerehre ist mehr als eine umgangssprachliche Redensart. Sie ist ein Ehrenkodex, dem sich die Wandergesellen verpflichten und steht für Zuverlässigkeit, Vertrauen, Qualität und Ausbildungssicherung sowie auch für Werte wie Fleiß, Beständigkeit, Hingabe und Treue innerhalb der Ausübung eines Handwerks. Diesem Kodex fühlen sich auch heute noch viele Handwerker verpflichtet, unabhängig ob sie sich auf der Wanderschaft befinden oder diese bereits abgeschlossen haben.
(pm/nh)

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