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Petra Roth als Nachfolgerin Wulffs gehandelt Drucken E-Mail
Sonntag, den 19. Februar 2012 um 13:19 Uhr
Petra Roth ©Archivfoto dapdFrankfurt. Die Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main, Petra Roth, wird seit dem Wochenende als eine der möglichen Nachfolgekandidaten des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff gehandelt. Auf Anfrage lehnte die CDU-Politikerin und Vizepräsidentin des Deutschen Städtetags am Sonntag dazu jede Stellungnahme ab. "Kein Kommentar" beschied ihr Frankfurter Büroleiter alle diesbezüglichen Presseanfragen.

Die 67-Jährige hatte im vergangenen November angekündigt, ihr Amt als Oberbürgermeisterin zum 1. Juli 2012 niederzulegen, um einen Generationswechsel an der Spitze des Magistrats zu ermöglichen. Am 11. März wird in direkter Wahl ihr Nachfolger als Stadtoberhaupt in Frankfurt bestimmt. Roth hatte bereits bei ihrer Rücktrittsankündigung betont, sie wolle sich keineswegs zur Ruhe setzen und sei nun "auf Jobsuche".

1995 als erste Frau in dieses Amt gewählt, ist Petra Roth schon jetzt das Stadtoberhaupt mit der längsten Amtszeit aller Frankfurter Oberbürgermeister seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Bei ihrem Ausscheiden im Sommer werden es 17 Jahre sein. Zweimal wurde Roth mit klarer Mehrheit in direkter Wahl wiedergewählt, zuletzt 2007 im ersten Wahlgang mit 60,5 Prozent. Danach bildete Roth im Frankfurter Stadtparlament die erste schwarz-grüne Koalition in einer der ganz großen deutschen Städte. Das Bündnis aus CDU und Grünen soll nach dem Willen beider Parteien auch nach der Neuwahl des Oberbürgermeisters fortgesetzt werden.

"Helau" statt Antworten auf Frage nach Ambitionen

Die als betont liberal geltende Roth genießt hohes Ansehen weit über die Parteigrenzen hinaus. Mit Unterbrechungen war sie von 1997 bis 2011 Präsidentin des Deutschen Städtetags und vertrat in dieser Funktion die Interessen der Kommunen auch entschieden gegenüber der Bundesregierung. Roths Verhältnis zur Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzenden Angela Merkel gilt als gut, obwohl die Frankfurter Oberbürgermeisterin nicht immer auf der Parteilinie agierte.

Großen Respekt auch bei anderen Parteien erwarb sie sich mit ihrem klaren Eintreten für eine Integration von Ausländern. Schon am Abend ihrer ersten Wahl zum Stadtoberhaupt 1995 sagte Roth, sie wolle die Oberbürgermeisterin aller Frankfurter sein, auch von denen mit nichtdeutschem Pass. Auch mit ihrem Einsatz für eine ärztlich kontrollierte Heroinvergabe an Schwerstabhängige in Frankfurt lag sie quer zum Kurs der Unions-Parteien im Bundestag.

Beim Sturm der närrischen Garden aufs Frankfurter Rathaus am Samstag und dem großen Fastnachtszug in der Stadt am Sonntag wollte sich Roth von den Spekulationen über ihre Wahl zur Bundespräsidentin nicht irritieren lassen. "Helau" werde weiter ihr einziger Kommentar sein, sagten Vertraute der Oberbürgermeisterin am Sonntag. (Gerhard Kneier/dapd-hes)
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