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Streik am Frankfurter Flughafen beendet Drucken E-Mail
Mittwoch, den 22. Februar 2012 um 12:26 Uhr
Der Fraport-Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte hatte um neue Verhandlungen gebeten. "Dass diese Auseinandersetzung weiter zulasten der Passagiere und Fluggesellschaften geht, muss ein Ende haben", sagte er. Schulte forderte, beide Seiten müssten ohne Vorbedingungen wie etwa konkrete Zahlen in die Gespräche gehen. (Archivfoto: Fraport AG/nh)Frankfurt. Reisende am Frankfurter Flughafen können aufatmen: Der Streik der Vorfelddienste ist nach fünf Tagen vorerst beendet. Die Betreibergesellschaft Fraport und die Gewerkschaft der Flugsicherung (Gdf) vereinbarten am Mittwoch überraschend die Rückkehr an den Verhandlungstisch. Die GdF setzte ihren Arbeitskampf aus, nachdem Fraport-Chef Stefan Schulte ein neues Gesprächsangebot ohne Vorbedingungen unterbreitet hatte.

GdF-Sprecher Matthias Maas sagte, mit Beginn der Nachtschicht gegen 22.00 Uhr werde wieder normal gearbeitet. Die Fraport hatte ein Ende der Streiks zur Bedingung für neue Verhandlungen gemacht.
Für den (morgigen) Donnerstag ist ein erstes Gespräch mit der GdF geplant, wie Fraport-Sprecher Mike Schweitzer sagte. Weitere Details dazu wuden zunächst nicht bekannt. Der Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte sagte: "Wir begrüßen, dass im Sinne der Passagiere, Fluggesellschaften und unserer Mitarbeiter nun wieder nach Lösungen am Verhandlungstisch gesucht wird". Die GdF kündigte an, es werde so lange verhandelt, bis ein Ergebnis erzielt werde oder eine Seite die Gespräche für gescheitert erkläre.

Schulte hatte gefordert, dass beide Seiten ohne Vorbedingungen wie etwa konkrete Zahlen in die Gespräche gehen müssten. Daran will sich die GdF auch halten, wie Maas sagte. Irgendwann müssten aber auch der bislang von Fraport abgelehnte Schlichterspruch und die Forderungen angesprochen werden.

GdF wirft Fraport Populismus vor

Fraport ist nach Darstellung des Vorstandschefs bereits in einigen Punkten auf die hohen Forderungen der Gewerkschaft eingegangen. So habe sie die für die Vorfeldkontrolle nahezu erfüllt. Für die beiden in Frankfurt von der GdF an Flughäfen erstmals verhandelten Bereiche Verkehrszentrale und Vorfeldaufsicht seien die Forderungen im Verhältnis zu vergleichbaren Tätigkeiten in anderen Bereichen aber so hoch, "dass sie in keiner Relation mehr zu diesen stehen und das Gehaltsgefüge insgesamt sprengen", fügte Schulte hinzu.

Er äußerte die Erwartung, dass die GdF in den Gesprächen Kompromissbereitschaft zeige, um einen adäquaten Ausgleich für beide Seiten zu finden. Dann sei er sicher, dass es eine Einigung gebe.

Der Streit über die Höhe der Gewerkschaftsforderungen ging derweil weiter. GdF-Verhandlungsführer Dirk Vogelsang kritisierte Aussagen des Flughafenbetreibers, wonach die GdF Lohnerhöhungen von 70 Prozent verlange. "Fraport sollte den Populismus einstellen", sagte Vogelsang. Diese Zahlen habe die GdF bereits widerlegen können. Schulte bekräftigte dagegen, bei Vorfeldkontrolle, Verkehrszentrale und Vorfeldaufsicht würden zwischen 25 und 50 Prozent mehr Lohn verlangt. Mit weiteren Zulagen und einer Verkürzung der Arbeitszeit summiere sich die Forderung auf 48 bis 73 Prozent mehr Gehalt.

Millioneneinbußen bei Fraport und Lufthansa


Für den Fall, dass sich GdF und Fraport nicht einigen, sieht sich Fraport gut gerüstet. "Wir sind vorbereitet, auch auf längere Streiks", sagte Schulte. Er erwarte, dass die Zahl der annullierten Flüge auf maximal zehn Prozent aller Verbindungen pro Tag reduziert werden könne. Am Mittwoch fielen laut Fraport etwa 170 von 1.260 Verbindungen aus, eine Quote von rund 13 Prozent. Am ersten Streiktag waren es noch 32 Prozent. Insgesamt wurden bei dem Streik mehr als 1.000 Flüge annulliert.

Die fünf Streiktage an Deutschland größtem Flughafen kosteten den Betreiber nach eigenen Angaben mehrere Millionen Euro. Allein an den ersten zwei Tagen lagen die Umsatzeinbußen laut Sprecher Schweitzer zwischen 3,5 und 4 Millionen. Stark betroffen war auch die Lufthansa. "Bei den Erlösen haben wir bereits einen hohen zweistelligen Millionenbetrag eingebüßt", sagte Personalvorstand Stefan Lauer der "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe). (Helena Baers/dapd-hes)

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 22. Februar 2012 um 17:57 Uhr
 

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