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Sparda-Banken sehen sich im Kampf um Kundeneinlagen benachteiligt Drucken E-Mail
Mittwoch, den 22. Februar 2012 um 15:27 Uhr
Sparda-Banken verbessern ihr Geschäftsergebnis leichtFrankfurt/Main. Kampf um den Privatkunden: Weil die
Politik dem Finanzwesen das Jonglieren mit Aktien und Anleihen erschwert hat, entdecken jetzt viele Banken wieder den Kunden. Vor diesem Hintergrund schimpften am Mittwoch die Sparda-Banken öffentlich auf ihre staatlich gestützten Wettbewerber IKB Direkt, Commerzbank und ING. Die Staatshilfe erschwere es den Kleinen und Gesunden besonders, hieß es auf der Jahrespressekonferenz der Sparda-Banken in Frankfurt am Main.

"Wir haben nach wie vor mit den Wettbewerbsverzerrungen durch Staatshilfen", besonders im Wettbewerb um Kundeneinlagen, zu kämpfen, sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Sparda-Banken, Joachim Wuermeling. Weil die Sparzinsen allgemein niedrig sind, achten auch die rund vier Millionen Kunden der Sparda-Banken auf Nachkommastellen. Institute wie die IKB, die als erste deutsche Bank von der Finanzkrise fast in die Pleite gerissen worden war, haben dabei häufig die Nase leicht vorne.

Die IKB hat sich von der gefallenen Mittelstandsbank mit ihrer Tochter IKB Direkt zum Privatkundenfänger gemausert. Sie bietet derzeit 1,8 Prozent aufs Tagesgeld. Im Durchschnitt, so klagte der Sparda-Verband, sind die zwölf regionalen Sparda-Häuser zwar im oberen Drittel dabei - aber eben doch ausgebootet.

"Und das ärgert uns natürlich", wenn andere einen Prozentpunkt mehr bezahlen, sagte Wuermeling. "Wir mögen uns gar nicht ausmalen, wo wir wären, wenn es diese Verzerrungen so nicht gäbe." Die zwölf deutschen Sparda-Banken, die mit rund 450 Filialen vertreten sind, kommen unter anderem deshalb auch nicht richtig vom Fleck. Insgesamt konnten sie ihr Geschäft im vergangenen Jahr nur leicht verbessern. Der Jahresüberschuss stieg um 2,4 Millionen Euro auf insgesamt 136,2 Millionen Euro - also durchschnittlich 3,3 Millionen Euro pro örtlicher Filiale.

Hohe Spareinlagen bringen die Bilanz in Balance

Durch die neuen Vorgaben der europäischen Bankenaufsicht EBA werden Kundeneinlagen inzwischen immer wichtiger. Commerzbank-Liquiditätschef Thorsten Kanzler, dessen Haus ebenfalls vom Bankenrettungsfonds SoFFin gestützt wird, hatte das kürzlich als einen neuen Trend im Bankgewerbe dargestellt.

Für die IKB sei das Privatkundengeschäft ebenfalls eine "Ergänzung des Refinanzierungsmixes", sagte ein Sprecher. Das Geld der Kunden dient also auch der Stabilität der IKB.

Die Commerzbank hält sich nach eigenen Angaben an die Auflagen der EU, wonach sie nicht zu den drei besten Angeboten gehören darf - zumindest da, wo sie mehr als fünf Prozent Marktanteil hat. "Daran halten wir uns", sagte ein Sprecher. Es könne trotzdem sein, dass Kunden von Sparkassen und Sparda-Banken abwanderten. "Das ist halt Wettbewerb." Da helfe auch die Argumentation des Sparda-Verbandes nicht.

Die ING DiBa könne sich die Kritik der Sparda-Bank nicht zu eigen machen, sagte ein Sprecher. Zwar werde das niederländische Mutterhaus ING staatlich gestützt, das habe aber keine direkten Auswirkungen auf das ohnehin profitable Deutschlandgeschäft. (Roman Keßler/dapd-hes)
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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 22. Februar 2012 um 17:28 Uhr
 

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