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Streit um G9-Angebote an Gymnasien Drucken E-Mail
Dienstag, den 19. Februar 2013 um 13:47 Uhr

Mathias WagnerWiesbaden. Acht oder neun Jahre von der fünften Klasse bis zum Abitur: Die Möglichkeit für die Gymnasien, von G8 zu G9 zurückzukehren, sorgt in Hessen für Streit. SPD und Grüne warfen der schwarz-gelben Landesregierung am Dienstag vor, die Wahlfreiheit der Gymnasien in dieser Frage zu behindern und damit den Willen vieler Eltern zu ignorieren. CDU und FDP wiesen dies entschieden zurück.

Die SPD-Landtagsfraktion erklärte, es müsse deutlich mehr G9-Angebote an hessischen Gymnasien geben. Fast die Hälfte der Gymnasien im Land hätten sich entschlossen, zum kommenden Schuljahr neben der fünfjährigen auch eine sechsjährige Mittelstufe einzurichten, erklärte die schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Heike Habermann. Das sei ein deutliches Zeichen dafür, dass "die Abstimmung gegen G8 begonnen" habe.

Kein G9-Angebot in Kassel, Wiesbaden und Darmstadt

Dennoch werde es voraussichtlich in großen Teilen Hessens keine G9-Angebote an Gymnasien geben, kritisierte Habermann. Klar sei bereits, dass in Kassel, Wiesbaden, Offenbach und Darmstadt kein Gymnasium zur sechsjährigen Mittelstufe wechseln werde. Dies sei eine klare Missachtung des Elternwillens. Zudem würden ganze Regionen von der Wahlmöglichkeit ausgeschlossen.

Die CDU wies die Vorwürfe entschieden zurück. Die Gymnasien könnten selbst wählen, ob sie bei G8 bleiben, zu G9 zurückkehren oder beide Modelle anbieten sollten, erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Günter Schork. Die Entscheidung träfen allein die Verantwortlichen vor Ort: die Schulen, Eltern, Lehrer, Schüler und Schulträger. Die SPD, die Grünen und die Linken forcierten hingegen Pläne zur Abschaffung der Gymnasien und des differenzierten Schulsystems in Hessen. Dies zeuge von der "eklatanten Missachtung des Willens" der Eltern, Schüler und Lehrer.

Die FDP-Fraktion erklärte, das Kultusministerium habe in der Frage für ein Höchstmaß an Wahlfreiheit gesorgt. Die Entscheidung, die Wahl zwischen G8 und G9 zu ermöglichen, sei richtig und wegweisend gewesen, erklärte der bildungspolitische Sprecher Mario Döweling. Die Eltern könnten dadurch das Angebot auswählen, das für ihre Kinder am besten geeignet sei. Die SPD hingegen fordere "eine Einheitsschule, die durch eine umfassende Gleichmacherei jede Wahlmöglichkeit und individuelle Förderung zunichtemacht".

Grüne: Kaltschnäuziger wurde der Elternwille nie ignoriert

Die Grünen-Fraktion kritisierte, die Wahlfreiheit für die Eltern stehe in einigen Regionen des Landes nur auf dem Papier. "Wir glauben nicht, dass die Eltern sich das gefallen lassen werden.
Proteste sind vorprogrammiert", betonte der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Mathias Wagner. Auch bei der Rückkehr der jetzigen 5. und 6. Klassen zu G9 zeige sich das Kultusministerium wenig flexibel. Selbst wenn alle Eltern G9 wählten, wolle Kultusministerin Nicola Beer (FDP) dies nicht genehmigen.
"Kaltschnäuziger hat eine Kultusministerin den Elternwillen noch nie ignoriert", kritisierte Wagner.

Er lehnte zugleich Forderungen der SPD nach einer Rückkehr aller Schulen zu G9 ab. "So falsch es war, G8 von oben allen Schulen zu verordnen, so falsch wäre es jetzt alle zu G9 zu zwingen", sagte Wagner. Maßgeblich müsse der Wunsch der Eltern sein. (dapd-hes)


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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 19. Februar 2013 um 14:55 Uhr
 

Kommentare

 
0 # Pragmatikus 2013-02-19 14:15
"Fast die Hälfte" (Andere reden von einem Drittel) sind keine Mehrheit.
Hier soll uns wieder eine Meinung untergejubelt werden.
Dem Administrator melden
 

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