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Samstag, den 24. Dezember 2011 um 00:22 Uhr |
Schlitz. Auf dem Gelände des Logistikunternehmens "Online Systemslogistik" im Schlitzer Stadtteil Fraurombach (Vogelsbergkreis) wurden am späten Freitagabend bei einem Gefahrgutunfall neun Personen (Logistikarbeiter und LKW-Fahrer) verletzt. Nach nh24 vorliegenden Informationen klagten alle Patienten über Augen-, Atemwegsreizungen und Übelkeit. Sieben haben bis zum Morgen, teilweise gegen den Rat der Ärzte, die Krankenhäuser wieder verlassen.
Bei dem ausgetretenen Stoff soll es sich um Thionylchlorid, nach Angaben der Polizei ein Pflanzenschutz- bzw. Schädlingsbekämpfungsmittel, handeln.
Beim Umladen eines 200-Liter Fasses beschädigte ein Staplerfahrer mit der Staplergabel dass Fass, sodass die chlorhaltige und ätzende Flüssigkeit auslief, in einer Umschlaghalle ausgaste und große Teile der Halle verraucht hat. Neben der Polizei waren die Feuerwehren der Stadt Schlitz und der umliegenden Stadtteile sowie die Rettungskräfte mit einem Großaufgebot und zwei Notärzten vor Ort. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser nach Alsfeld, Lauterbach und Fulda gebracht. Feuerwehrleuten in Spezialanzügen und unter Atemschutz gelang es, das beschädigte 200 Liter Fass mit einem Überfass zu versehen und luftdicht zu verschließen. Anschließend wurde die Umschlaghalle mit Lüftern entraucht.
Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand den Angaben der Polizei zufolge zu keinem Zeitpunkt. Der zunächst angenommene größere Gefahrgutunfall bestätigte sich glücklicherweise nicht.
Bei neuen Informationen wird nachberichtet.
Hintergrund: Thionylchlorid ist eine farblose oder gelbe, an der Luft rauchende, stark lichtbrechende, mit Wasser reagierende und ätzende Flüssigkeit. Dämpfe wirken schon bei großer Verdünnung erstickend. Mit Wasser erfolgt Umsetzung in Salzsäure und Schwefeldioxid. Thionylchlorid wird zur Herstellung von Batterien verwendet.
Symptome: Die bei der Umsetzung von Thionylchlorid mit feuchter Luft sich bildenden Salzsäure und Schweflige Säure enthaltenden Nebel wirken stärker ätzend auf die Atemschleimhäute und Augen als Schwefeldioxid allein. 17 ppm wirken im Tierversuch in 20 Minuten tödlich. Die Flüssigkeit selbst wirkt stark ätzend auf Haut und Augen. |
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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 24. Dezember 2011 um 07:22 Uhr |