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Freitag, den 03. Februar 2012 um 13:14 Uhr |
Wiesbaden. Hessen hat im vergangenen Jahr so wenig Straftaten verzeichnet wie zuletzt 1984. Gegenüber 2010 sei die Zahl der registrierten Straftaten um rund 5.000 auf 396.834 zurückgegangen, teilte das hessische Innenministerium am Freitag mit. Die Aufklärungsquote lag bei 58,5 Prozent. Sorge bereitet allerdings die regional teilweise eklatant gestiegene Zahl an Wohnungseinbrüchen.
Die Polizei verzeichnete vor allem weniger Morddelikte (minus 10,8 Prozent) und fahrlässige Tötungsdelikte (minus 14,9 Prozent). Auch im Bereich der Jugendkriminalität gab es einen erfreulichen Rückgang. So zählte die Polizei im vergangenen Jahr 2.877 tatverdächtige Kinder weniger als noch 2010.
Allerdings nahm die Zahl von Raubüberfällen auf offener Straße mit einem Plus von 8,7 Prozent deutlich zu. Auch im Bereich der Wirtschaftskriminalität (plus 41,3 Prozent) und der Computerkriminalität (plus 10 Prozent) mussten die Ermittler einen Anstieg verzeichnen.
Innenminister Boris Rhein (CDU) freute sich vor allem über die hohe Aufklärungsquote, die seit 2002 um zehn Prozentpunkte gestiegen sei. Die Grünen hielten dem entgegen, dass Hessen mit dieser Aufklärungsquote im Vergleich zu anderen Bundesländern nur auf Platz sieben rangiere. Die vorgelegte Statistik zeige eine erfreuliche Entwicklung, sei aber "kein Grund zu Jubelorgien", sagte der innenpolitische Sprecher der Grünen, Jürgen Frömmrich. Die SPD bezeichnete die Zahlen sogar als "alarmierend" und machte dafür Einsparungen der Landesregierung verantwortlich.
Sorge bereitet allen Parteien die deutliche Zunahme an Wohnungseinbrüchen um neun Prozent auf 10.874. In Nordhessen ergab sich gar eine Zunahme um 63,3 Prozent. Die Entwicklung sei ein Anlass zur Besorgnis, räumte FDP-Innenexperte Wolfgang Greilich ein. Die CDU forderte die Bevölkerung auf, sich im Bereich von Sicherheitsvorkehrungen stärker zu engagieren.
"Wir können nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern den Einbrechern einen Riegel vorschieben", betonte Innenminister Rhein. Die Grünen forderten weitere Anstrengungen im Bereich Prävention. Die Menschen in Hessen müssten darüber aufgeklärt werden, wie sie sich am effektivsten gegen Einbrüche schützen können. (dapd-hes/Oliver Teutsch) |
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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 03. Februar 2012 um 16:29 Uhr |