Banner
Banner
Banner
»Hochprozentiger« Erfolg für den Zoll Drucken E-Mail
Freitag, den 10. November 2017 um 22:40 Uhr

©Foto: Zoll | nhZoll erwischt Schwarzbrenner und beschlagnahmt Destille
GIEßEN. Der Zoll hat bei Kontrollen in zwei Wohnhäusern im Wetteraukreis und im Landkreis Waldeck-Frankenberg illegale Schnapsbrennereien entdeckt und die Brenngeräte beschlagnahmt.

Nach einem Hinweis durch Kollegen der Steuerfahndung des Finanzamtes Mainz hatten
Gießener Zollbeamte das Wohnhaus eines 58-jährigen Mannes im Wettraukreis mit richterlichem Beschluss aufgesucht. Bei der Durchsuchung des Gebäudes entdeckten die Kontrolleure im Keller eine selbst gebaute Destillieranlage mit Verstärker, Kühlvorrichtung und allem notwendigem Zubehör. In Kellerschränken und –regalen lagerte in Gläsern, Flaschen und kleinen Holzfässern selbst erzeugter Branntwein. Auch im ersten Stock fanden die Beamten einige Behälter mit unterschiedlichen Destillaten, ein Maischebehälter und etliche Gebinde Zucker sowie Turbohefe, die zur Vergärung von Ansätzen verwendet wird. Insgesamt stellten sie in 36 Behältern 135 Liter Branntwein sicher, der dem amtlichen Untersuchungsergebnis zur Folge ausschließlich aus Rübenzucker hergestellt wurde. Die Zöllner hielten dem Schwarzbrenner vor, über längeren Zeitraum ohne die erforderliche Erlaubnis Branntwein hergestellt zu haben. In Ermangelung von Unterlagen oder Berechnungen nahmen sie zu Berechnung der Branntweinsteuer eine nach dem Branntweinmonopolgesetz mögliche Steuerschätzung vor. Danach wird die Steuer rückwirkend für 90 Tage für die Menge Alkohol fällig, die mit der Brennanlage zu erzielen gewesen wäre. Und das wären in diesem Fall mehr als 1.700 Liter reiner Alkohol für die eine Steuer von mehr als 22.500 Euro fällig werden würde.

»Wer ungenehmigt Branntwein herstellt, begeht eine handfeste Steuerhinterziehung. Das Gesetz lässt hier keinen Spielraum zu. Wir verfolgen das Schwarzbrennen daher konsequent als Straftat«, kommentiert Michael Bender der Sprecher des Hauptzollamtes Gießen den Fall.

Schwarzbrennerei im Kellerwald

©Foto: Zoll | nhAuf mysteriöse Weise geriet ein weiterer Schwarzbrenner ins Visier der Steuerkontrolleure. Weil beim Hauptzollamt ein Antrag auf Genehmigung einer Brennerei einging, bekam ein 65-jähriger Rentner aus dem Kellerwald (Kreis Waldeck-Frankenberg) unangekündigt Besuch vom Zoll. Schnell stellte sich heraus, dass er einen solchen Antrag gar nicht gestellt hatte und auch keine Brennerei errichten wolle. Schließlich gestand er aber den misstrauischen Zöllnern ein, eine Destille zu besitzen und auch gemeinsam mit einem Freund Schnaps gebrannt zu haben. Er offenbarte letztendlich seine selbstgebaute, geheime Brennanlage im Keller des Hauses und einige Behälter mit 21 Liter hochprozentigem Schnaps aus verschiedenen Obstsorten.Darüber hinaus gab er zu, seit acht Jahren Obstbranntwein hergestellt zu haben. Die Zöllner glaubten dem geständigen Schwarzbrenner und berechneten dafür eine hinterzogene Steuer von 1.927 Euro.

In beiden Fällen führt die Strafsachenstelle des Zolls beim Hauptzollamt Frankfurt am Main gegen die Schwarzbrenner ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung. Darüber hinaus müssen sie die Steuer zahlen und es droht ihnen eine Geldstrafe. Die beschlagnahmten Destillen mit Zubehör und der sichergestellte Branntwein werden indes vernichtet.

Hinweis des Zolls

Das letzte deutsche Staatsmonopol, das Branntweinmonopol, wird zum 01. Januar 2018 endgültig abgeschafft. Die rechtlichen Bestimmungen für die Herstellung von Branntwein werden durch ein neues Alkoholsteuergesetz ersetzt. An der Regelung, dass Branntwein nur nach vorheriger Genehmigung durch den Zoll hergestellt werden darf, ändert sich dadurch grundsätzlich aber nichts! Auch das Schnapsbrennen für den Eigenbedarf ist, entgegen eines weitverbreiteten Irrglaubens, weiterhin nicht erlaubt. (pm)

Banner

Share
 

Kommentare   

 
+71 # MeisterSchwalmEder 2017-11-11 11:29
Wenn sie doch so erfolgreich gegen die richtig großen Steuerhinterzie her vorgehen würden. Da hat man seitens der Finanzbehörde nicht genügend Personal.

In vielen Ländern darf man kleine Mengen selbst brennen.
Keiner hat einen Verlust davon.

Ursache: Das unsinnige Branntweinmonop ol des Staates und die ganzen Kleckersteuern.
Da kostet die Verwaltung und Eintreibung oft mehr wie an Steckern anfällt.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
 
 
+2 # Alyeska 2017-11-14 17:23
Bzgl Ihres ersten Absatzes erinnere ich an die 4 Steuerfahnder, welche unter der "Regentschaft" von Hessens Roland Koch (ja, genau der mit den "jüdischen Vermächtnissen" als Ausrede für die schwarzen Kassen) mit nachweislich falschen Gutachten aus dem Dienst entfernt wurden.
Nachzulesen in dem Buch "Inside Steuerfahndung" von Frank Wehrheim
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
 
 
+7 # Prosit! 2017-11-15 15:43
Auch in Deutschland ist der Besitz und die Benutzung einer Kleindestille mit einem Kesselvolumen von max. 0,5 Litern legal. Wer also Kleinmengen brennen will, kann das auch tun.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
 
 
 
 
+6 # Prosit 2017-11-16 17:59
Danke für den Link, er bestätigt meinen Kommentar. Übrigens hatte ich vor einigen Jahren Kontakt zu dem damaligen Hauptzollamt Gießen, das mir schriftlich bestätigt hat, dass sie auf eine Versteuerung der durch solche Kleindestillen hergestellten Kleinmengen wegen Geringfügigkeit verzichten Selbstverständl ich habe ich dieses Schreiben aufgehoben. Bekannt ist aber auch, dass die Käufer größerer Destillen - z.B. über eBay - noch Jahre später einen persönlichen Hausbesuch vom Zoll erhalten haben, da die gewerblichen Verkäufer verpflichtet waren, die Käuferdaten an die Behörde weiterzuleiten. Keine Ahnung, ob das heute noch so ist, ich würde es aber auf einen Versuch nicht ankommen lassen.
Zu guter letzt sollte man vom Schnapsbrennen vor allen Dingen eins haben: Ahnung! Man ahnt garnicht, wie man sich mit selbstgebrannte n Fusel gesundheitlich schaden kann. Deshalb gilt erst schlau machen und dann brennen.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Werbung

Banner
Banner
Banner
Banner
Banner

Aktuelle Videos

Werbung

Banner
Banner
Banner

Prospekte und Flyer

Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner

Werbung

Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Valid XHTML & CSS | Template Design ah-68 | Copyright © 2009 by NH24