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Nur zwei Wochen Drucken E-Mail
Donnerstag, den 17. Dezember 2015 um 11:02 Uhr

©Foto: Ulli Zauner | nhSchwalmstadt. Aber nein, ich rede nicht von meinem Urlaub, der übrigens länger war, sondern über die ernsthafte Frage nach der Dauer von zwei Wochen.
Sie wundern sich? Klein Fritzchen als auch meine Lieblingskritikerin Eowyn (nh24.de) würden den Versuch machen es mir mal auszurechnen, also: Zwei Wochen wären zweimal sieben Tage, macht vierzehn Tage, wo ist das Problem?

Genau DAS ist aber das Problem. Ich erinnere an die Atomphysik, dort mussten auch gängige mathematische Denkweisen über Bord geworfen werden, weil sie so nicht mehr stimmten. Dies gilt nicht nur für Atomphysiker, sondern auch für Köche!

Jawohl, Sie haben richtig gelesen, zwei Wochen werden bei Köchen ebenso völlig neu definiert. Nun ja, vielleicht nicht bei allen Köchen, mit Sicherheit aber bei dem Österreicher Erich Sollböck! Und das kam so:

In einer dunklen Nacht schlich sich Schiffskoch Erich in Singapur an Land, der damalige deutsche Club brauchte dringend fachliche Hilfe. Weil aber ein guter Koch wie Erich gleich nach dem Kapitän die wichtigste Person an Bord ist, konnte er das nur heimlich machen, die Mannschaft hätte ihn sonst am Landgang gehindert.

Das war … ja, endlos lange ist das her, anno 1997. Was soll man da noch viel sagen? Die zwei Wochen sann no ned um, kommentierte Erich das auf meine Nachfrage hin.

©Foto: Ulli Zauner | nhNun steht er da. Eine blütenweiße Kochmütze aufgesetzt, imposante Erscheinung ohnehin, spitzbübisch lächelnd mit einem Hauch von Schmäh, am letzten Würstelstand vor dem Äquator, 137 Km davor um präzise zu sein. Dabei ist das nicht einfach ein Würstlstand, sondern eine Institution. Beinahe bereits ein unübersehbares Wahrzeichen. Käsekrainer zu Singapur, zugegeben ein wenig dekadent, doch die schmecken einfach zu gut, um daran vorbei zu gehen.

Zusätzlich backt Erich Brot für die allseits beliebten deutschen Restaurants. Es mag befremdlich erscheinen, doch derzeit boomen solche Spezialitäten bei den Asiaten immens. Erichs Kundschaft besteht nicht nur aus zahlreichen Touristen, Kreuzfahrern der Aida, MS Deutschland, Victoria, Mein Schiff 1 und, und und, nein, einheimische Gäste gehören ebenso zur Stammkundschaft wie deutschsprachige Geschäftsleute und Diplomaten.

Kommt man mit ihm in ein Gespräch, dann wird es spannend. Erich ist nämlich nicht nur Koch, Bäcker, Kioskbetreiber, sondern auch ein richtiger Philosoph. Zu gerne erklärt er in launigen Worten die Welt, wobei man schnell bemerkt, es ist nicht nur einfach etwas gesagt, sondern hier spricht Lebenserfahrung und Durchblick mit. Wem das nicht reicht, dem erzählt Erich auch gerne ein paar Anekdoten aus seinem Geschäftsleben. Zum Beispiel eine Geschichte, welche unter der Schlagzeile

Piefke Österreicher trifft Österreicher

treffend formuliert wäre.
 
So verwunderlich, wie es anfänglich scheint, ist es doch die schöne Wahrheit. Es gab nämlich einmal in Singapur einen deutschen Botschafter mit dem Nachnamen Österreicher. Als er von Erich erfuhr, kam er spontan auf ein Würstl vorbei. Es soll sich übrigens um einen ausgesprochen netten und humorvollen Botschafter gehandelt haben, Erich schwört es und was Erich sagt, das stimmt auch.

©Foto: Ulli Zauner | nhImmer wieder sehenswert ist Erichs Seite im Web oder bei Facebook: (http://wuerstelstand.blogspot.de/plus, plus), dort aktualisiert er täglich seine Einträge, stellt Fotos seiner Gäste ein und spart auch nicht mit gekonnten Insidertipps zu Singapur. Berücksichtigt man nun seinen Bekanntheitsgrad (Österreichs TV und einige Zeitungen lieferten Beiträge), verwundert durchaus sein eher bescheidenes freundliches Auftreten. Ein Promi ohne Allüren, einfach nur angenehm mit ihm zu plaudern.

Wer also mal in Singapur weilt, gegenüber dem absolut sehenswertem Buddha Tooth Relic Tempel in Chinatown ist ein Coffeeshop (Banda Street), dort ist Erichs Wirkstätte. Leberkäs und Muffins Nusskipferl oder oan gscheits Bier, oalls do.

Ein wenig Satiriker ist Erich auch, ich berufe mich mal auf ein im Jahr 2014 gemachtes Interview von Nicole Thurn mit ihm: „Die Buddhisten hier essen kein Rindfleisch, aber je größer die Schweinerei, desto besser (Quelle: http://kurier.at/karrieren/berufsleben/mit-der-kaesekrainer-in-chinatown/51.366.287.) Das richtig zu deuten wissen allerdings nur Eingeweihte auf den ersten Blick.

Verbleibt mir abschließend eine Denkanregung für die erfolgreiche und zu Recht beliebte steirische Mundwerksängerin Betty O. (http://www.bettyo.at/), das Lied „King of Tractor“ in einer zweiten Fassung umzuschreiben. King of Würstl …
Betty, ich zähle auf Dich!!!
 

Mit freundlichen Grüßen
Ulli Zauner

http://www.ulli-zauner-spricht.de

Glossen bei nh24.de

Glücklicher Ex-Gastautor bei der Huffington Post in Zusammenarbeit mit FOCUS
Fotogalerie zu finden unter http://www.picmonster.deviantart.com/

Ich stamme übrigens aus Zerbst, wo zwei der bedeutendsten Persönlichkeiten der Weltgeschichte wirkten. Katharina die Große und ich!

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Kommentare

 
+7 # Klaus Hall 2015-12-17 15:57
man mueste zeit haben fuer einen urlaub
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+7 # Holzmichel 2015-12-17 16:16
Man muss sich die Zeit nur nehmen. Muss ja nicht gleich eine Weltreise werden. Ein verlängertes Wochenende mit der Familie in den Bergen ist schon einmal ein Anfang...
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+2 # Ulli Zauner 2015-12-18 06:32
Hab ich gemacht, Mount Faber, über 100 Meter hoch, lach
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+2 # Holzmichel 2015-12-18 08:41
Das kann ich toppen, erste Januarwoche '16 nach Österreich zum Ski alpin mindestens 1800 Meter hoffentlich mit Schnee :lol:
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+1 # Ulli Zauner 2015-12-18 09:08
Ski heil
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Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist geschlossen.

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