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Mangelnde Ausrüstung - motivierte Kameraden Drucken E-Mail
Samstag, den 16. Januar 2016 um 14:20 Uhr

Mehr als 60 Teilnehmer waren auf der diesjährige Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Ziegenhain im Saal des Rosengartens ©Foto: nh24 | Wittke-FotosWehrführer zieht auf Jahreshauptversammlung Bilanz
Schwalmstadt-Ziegenhain. Für die Kameraden der Feuerwehr Ziegenhain war es kein einfaches Jahr. Im Sommer verstarben innerhalb kürzester Zeit die Mitglieder der Ehren- und Altersabteilung Heinz Heil, Klaus Brunner und Wolfgang Haldorn.

Der Aufbau der Notunterkunft im China-Park forderte sie an vielen Abenden und Wochenenden. Auch an der teils desolaten Ausrüstung hat sich seit vielen Jahren nichts geändert.

Die persönliche Schutzausrüstung ist bei vielen Frauen und Männern der Wehr defekt oder schlichtweg viel zu groß. In der Fahrzeughalle verblasen die Feuerwehrautos seit Jahrzenten Ruß, da es keine Absauganlage gibt. Eine Druckluftanlage für die durchweg älteren Fahrzeuge ist lange gewünscht, um wieder schnellere Ausrückzeiten zu erreichen. Dazu kommt der unhaltbare Zustand, dass es keine Trennung der verschmutzten von der sauberen Kleidung gibt und die Frauen sich noch immer gemeinsam mit ihren Kameraden umziehen müssen.

Dem ganzen Ausrüstungsdilemma setzte am Freitagabend Christl Gerstmann (SPD) noch eins obendrauf, als sie auf der gemeinsamen Jahreshauptversammlung des Ziegenhainer Feuerwehrvereins und der Einsatzabteilung ein paar Zahlen lapidar in den Saal des Rosengartens warf und sich dann entschuldigen ließ.

Aus den bereits genannten Gründen fiel der Jahresbericht von Jan Pukat, mal abgesehen von den nackten Zahlen, auch sehr durchwachsen aus. Die Mitglieder der Einsatzabteilung treffen sich wöchentlich zu ihren Ausbildungsveranstaltungen am Feuerwehrstützpunkt. Dies ist nötig, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden, so Pukat. Darüber hinaus engagieren sich viele Kameraden der Einsatzabteilung beispielsweise im Katastrophenschutzzug der Stadt Schwalmstadt, in der technischen Einsatzleitung sowie dem Umweltdienst des Landkreises, aber auch in der Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten.

Auf Kreisebene stellt die Einsatzabteilung Ziegenhain mit Karsten Linke und Stefan Frömel (Grund- und Truppführerlehrgänge), Stefan Kürschner (Maschinist) Frank Model und Christoph Ilse (Funklehrgänge) sowie Steffen Nickl (Atemschutz) sechs Kameraden als Ausbilder.

Im vergangenen Jahr besuchten Lukas Dietrich und Jannik Jobst den Grund- und Funklehrgang. Am Seminar Motorkettenschulung nahmen Axel Model und Gerhard Kaplan teil. In Sachen GABC-Messung bildeten sich Dr. Michael Schwalm und Uta Zschunke fort. Karsten Linke und Phillip Matysek besuchten den Lehrgang für die Drehleitermaschinisten. Tania Regenbogen ist jetzt Feuerwehrsanitäterin und Karsten Linke erhielt die Befähigung, eine Feuerwehr zu führen. Wehrführer Jan Pukat darf es fortan als Behördenpyrotechniker knallen lassen.

Nachwuchssorgen beschäftigen auch die Feuerwehr Ziegenhain. Aktuell besteht die Einsatzabteilung aus 45 Frauen und Männern. »Das mag sich viel anhören, aber tagsüber und unter der Woche sind davon nicht mehr viele verfügbar«, so Pukat. Er appellierte an die Politik, Anreize für den Dienst in der Feuerwehr zu schaffen, um eine schlagkräftige und hoch motivierte Truppe zu erhalten. »Machen Sie Werbung für Ihre Feuerwehr«, sagte Pukat an die Versammlung und die anwesenden Kommunalpolitiker gerichtet.

Was für die Einsatzabteilung ein herber Verlust, war für die Alters- und Ehrenabteilung im vergangenen Jahr ein großer Zugewinn. Mit 60 Jahren ließ Ralph Göbel das Einsatzleben hinter sich. Mit ihm zählt die Alters- und Ehrenabteilung nun 16 Kameraden, die sich monatlich treffen. Mit 325 Stunden ehrenamtlicher Arbeit tragen auch diese Kameraden zum hohen Ansehen der Feuerwehr bei.

Die Freiwillige Feuerwehr Ziegenhain wurde im vergangenen Jahr 98 Mal angefordert. »Neben einer ungewöhnlich hohen Anzahl an Brandeinsätzen lag der Schwerpunkt beim Aufbau der Notunterkunft im China-Park. Insgesamt 16 Mal waren Ziegenhainer Feuerwehrleute gemeinsam mit Feuerwehrleuten aus dem Umkreis und der DLRG dort im Einsatz. Meist abends, nach einem langen Arbeitstag, hieß es für die Kameraden noch vier Stunden körperlicher Einsatz für die Feuerwehr«, sagte Pukat. »Erfreulich waren in diesem Zusammenhang das große Lob und die wörtliche Anerkennung von Politik, Verantwortlichen und aus der Bevölkerung. Mal mit anpacken hätte auch gereicht!«, so der Wehrführer gerade heraus.

Zu dem Aufbau der Notunterkunft kamen 33 Brandeinsätze (636 Stunden), 29 technische Hilfeleistungen (720 Stunden), Fehlalarme (217 Stunden) und 13 Brandsicherheitsdienste (137 Stunden). Insgesamt waren die Feuerwehrleute 1710 Stunden im Einsatz. Dazu kommen noch die Dienststunden der Kreisausbilder (850 Stunden), I.u.K, GABC und KatS (500 Stunden), überörtliche Ausbildung (326 Stunden) und die Wettkampfausbildung (330 Stunden), was sich für die Kameraden auf insgesamt 8773 Stunden ehrenamtliche Arbeit summiert. »Diese Stundenzahl leisten wir gern, unentgeltlich und mit viel Engagement für die Bevölkerung«, versicherte Pukat.

Zum Ende seines Berichts ging Jan Pukat auf die angeforderten und ausstehenden Beschaffungen für die Feuerwehr Ziegenhain ein. So ist beispielsweise seit dem Jahr 2011 ein Satz Hebekissen jährlich beantragt, aber noch nicht beschafft worden. Gleiches gilt für ein Nebellöschsystem. Seit dem Jahr 2014 sind zwei 30 Meter lange C-Rollschläuche beantragt (Gesamtwert etwa 200 Euro) und seit dem Jahr 2013 sind zwei orangefarbene Gruppenführerwesten offen.

Zu den Materialsorgen kommt noch der Zustand des Feuerwehrstützpunktes. »Durch die fehlende Abgasabsauganlage wurde die Fahrzeughalle bei jedem Start der Fahrzeuge erheblich mit Rußpartikeln kontaminiert. Nach den Richtlinien das Arbeitsschutzes dürften diese Emissionen weit über dem zulässigen Höchstwert liegen«, so Pukats Einschätzung. Diese Abgase ziehen bei Türbewegungen auch in den Umkleideraum. Für die Großfahrzeuge ist eine Modernisierung der Ladetechnik und der Druckluftversorgung notwendig, da diese altersbedingt Druckluft verlieren. Dies führt unter anderem zu einer verzögerten Ausrückzeit. Die Decke im Schulungsraum sollte nach Ansicht Pukats abgehängt werden, da dort ein Unterricht aufgrund des Nachhalls nur schwer möglich ist. Die aktuellen, blanken Holzstühle sollten durch bequemere Stühle ersetzt werden. Außerdem verfügt der Schulungsraum nicht über einen Beamer. Aktuell baurechtlich unzulässig ist auch die fehlende Schwarz | Weiß Trennung der Schutzkleidung, da die verunreinigte Kleidung oftmals Rauchgase im Sozialtrakt freisetzt. Als selbstredend und heutzutage als absoluten Standard bezeichnete Pukat die Geschlechtertrennung in Umkleidekabinen und Sanitäranlagen, was in Ziegenhain nicht der Fall ist. Seinen Jahresbericht schloss Wehführer Jan Pukat mit einem Zitat des verstorbenen Altkanzlers Helmut Schmidt: »Ehrenamtliche Feuerwehrleute sind die zuverlässigsten und vertrauenswürdigsten Diener am öffentlichen Wohl. Ich habe sie erlebt als echte Staatsdiener«.
Dem entgegnete wenig später SPD Stadtrat Helmut Balamagi vermutlich scherzhaft ebenfalls mit einem Zitat Schmidts: »Wer Visionen hat, der sollte zum Arzt gehen«. Balamagi berichtete davon, dass es bereits eine Ortsbegehung des Magistrats im Feuerwehrstützpunkt gegeben hat und man die Probleme nicht aus dem Auge verlieren werde.

Uta Zschunke, Jugendwartin in Ziegenhain, berichtete im Anschluss von zahlreichen Aktivitäten im vergangenen Jahr. Neben den Übungsdiensten nahmen die Jugendlichen an überörtlichen Geländespielen mit befreundeten Jugendfeuerwehren teil, unternahmen Ausflüge und Wanderungen und sammelten mit der Unterstützung vieler Firmen und Kameraden der Einsatzabteilung wieder die ausgedienten Weihnachtsbäume ein. Unter ihren Fittichen hat sie 15 Kinder und Jugendliche in der Jugendfeuerwehr und zwei Mitglieder der Kinderfeuerwehr.

Für den Feuerwehrverein übernahm dessen Vorsitzender Hans-Jörg Keller die Regie an diesem Abend. Der Verein war es auch, der zur diesjährigen Jahreshauptversammlung in den Rosengarten geladen hatte. Nach seinem ausführlichen Rückblick auf das vergangene Jahr wurde der Vorstand des Vereins in einer sehr gut vorbereiteten Wahl komplett neu gewählt. Eine Verjüngung gab es auf den Posten der Beisitzer und der Schriftführer. Die Wahlleitung hatte Helmut Balamagi inne.

Geehrt wurden Uta Zschunke für zehn Jahre Mitgliedschaft im Feuerwehrverein, Jürgen Harnisch (25 Jahre), Ria Bechtel, Gerhard Burri, Petra Diegler, Hans-Joachim Diegler, Klaus Fenner, Hans-Jörg Keller und Wolfgang Schulz (alle 40 Jahre), Helwig Happel und Norbert Schoenke brachten es zusammen auf 100 Jahre, Konrad Dietz und Karl-Heinz Giller sind jeweils seit 60 Jahren im Verein. (wal)

 Der neue Vorstand der Feuerwehr Ziegenhain: Hans-Jörg Keller, Karsten Linke, Marcel Ochs, Klaus Schwalm, Hans-Joachim Barwe, Karl-Heinrich Schwalm, Hans-Joachim Diegler, Kathrin Frömel-Dreißigacker, Jochen Möller, Helmut Lotz, Jörg Schultheis (von lnks) ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Der neue Vorstand der Feuerwehr Ziegenhain: Hans-Jörg Keller, Karsten Linke, Marcel Ochs, Klaus Schwalm, Hans-Joachim Barwe, Karl-Heinrich Schwalm, Hans-Joachim Diegler, Kathrin Frömel-Dreißigacker, Jochen Möller, Helmut Lotz, Jörg Schultheis (von links) ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
von links: Gerhard Burri, Klaus Fenner, Hans-Joachim Diegler, Wolfgang Schulz und Hans-Jörg Keller ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
von links: Gerhard Burri, Klaus Fenner, Hans-Joachim Diegler, Wolfgang Schulz und Hans-Jörg Keller ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Hans-Jörg Keller überreicht Jürgen Harnisch die Urkunde für 25 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Hans-Jörg Keller überreicht Jürgen Harnisch die Urkunde für 25 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Hans-Jörg Keller überreicht Jugendwartin Uta Zschunke die Urkunde für 10 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Hans-Jörg Keller überreicht Jugendwartin Uta Zschunke die Urkunde für 10 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Gerhard Burri ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Gerhard Burri wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt. ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Wolfgang Schulz wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Wolfgang Schulz wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Klaus Fenner ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Klaus Fenner ist ebenfalls seit 40 Jahren in der Feuerwehr ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Hans-Joachim Diegler ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Hans-Joachim Diegler - seit 40 Jahren in der Feuerwehr Ziegenhain ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Und auch der Vereinsvorsitzende Hans-Jörg Keller wurde von »Urmel« Barwe für 40 Jahre in der Feuerwehr geehrt ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos
Und auch der Vereinsvorsitzende Hans-Jörg Keller wurde von »Urmel« Hans-Joachim Barwe für 40 Jahre in der Feuerwehr geehrt ©Foto: nh24 | Wittke-Fotos

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