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Warriors: Touch Down gegen die Leukämie Drucken E-Mail
Freitag, den 09. Juni 2017 um 09:24 Uhr

©Foto: privat | nhSchwalmstädter Team ruft beim Heimspiel am Sonntag, 25. Juni, zur Typisierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung auf
SCHWALMSTADT. Wenn die Schwalmstadt Warriors ins Schwalmstadion in der Zwalmstraße 2 einlaufen, haben sie ziemlich breite Schultern.

Das bringt die Schutzkleidung der Footballspieler so mit sich. Aber auch abseits des Spielfeldes zeigt das Team, dass man im Ernstfall auf die Mannschaft zählen kann. So rufen Spieler und der Hauptverein ESV Jahn Treysa beim nächsten Heimspiel am Sonntag, 25. Juni, 13 bis 16 Uhr, dazu auf, ganz konkrete Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke zu leisten: „Werde Lebensretter! Lass Dich typisieren!“

Jedes Jahr erkranken etwa 11 000 Menschen an Leukämie – allein in Deutschland. Viele davon sind Kinder oder Jugendliche. Wenn Chemotherapie und Bestrahlung nicht helfen, ist eine Stammzelltransplantation die letzte Chance. Das funktioniert jedoch nur, wenn sich  gesunde Spender als mögliche Lebensretter zur Verfügung stellen.  In Spenderdateien wie der weltweit vernetzten Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erster Stammzellspenderdatei, sind derzeit 29 Millionen Menschen registriert, nichtsdestotrotz ist es oft noch ein Glücksfall, wenn sich ein passender Spender findet. Jörg Hebebrand von den Schwalmstadt Warriors erklärt: „Aufgrund von persönlicher Erfahrung einiger Spieler nehmen wir uns dieses Thema zu Herzen. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, dass einem an Leukämie erkrankten Menschen geholfen werden kann.“

Eine Typisierung ist ganz einfach: Zunächst sollte man sich über die Stammzellspende informieren. Der Verein hat dazu die Homepage der Stammzellspenderdatei auf seiner Seite verlinkt.  Am Tag der Typisierung werden in einem Gesundheitsfragebogen die wichtigsten Ausschlusskriterien abgefragt – etwa schwere Vorerkrankungen, starkes Übergewicht und die Zahl der Schwangerschaften. Ist der Fragebogen vollständig ausgefüllt und unterschrieben, wird eine Speichelprobe abgenommen. Diese Probe wird im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung analysiert und die für eine Transplantation wichtigen Gewebemerkmale (HLA-Werte) in der Spenderdatei der Stiftung gespeichert. Das bedeutet: Die HLA-Werte, das Alter und Geschlecht sowie weitere transplantationsrelevante Werte werden anonym hinterlegt. Gemeinsam mit der Spendernummer werden diese an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) übermittelt, um für  weltweite Suchanfragen von  Patienten zur Verfügung zu stehen.

Jörg Hebebrand weiß: „Jeder junge Erwachsene bis 40 Jahre kann sich bei der Stefan-Morsch-Stiftung kostenlos als potenzieller Lebensretter typisieren lassen. Jugendliche ab 16 Jahren sollten das schriftliche Einverständnis der Eltern haben, sich an diesem Tag einen Abstrich der Mundschleimhaut nehmen zu lassen." Andrea Djifroudi, Sprecherin der Stiftung ergänzt: „Wer älter ist als 40 Jahre kann sich ebenfalls als Spender registrieren lassen. Dann bitten wir allerdings, darum die Kosten für die Registrierung von rund 40 Euro, die pro Spender anfallen, selbst zu tragen. Da wir die Erfahrung gemacht haben, dass ältere Spender nur noch sehr selten von den transplantierenden Kliniken ausgewählt werden. Als Stiftung stehen wir deshalb in der Verantwortung mit den uns anvertrauten Spendengeldern sinnvoll umzugehen.“

Jörg Hebebrand erwartet zum Spiel am Sonntag, 25. Juni, mehr als 500 Zuschauer. Seine Mannschaft will mit gutem Beispiel vorangehen und sich ebenfalls typisieren lassen: „Wir als Verein sind geübte Teamarbeiter. Vielleicht können wir auch helfen, dass an Leukämie erkrankte Menschen eine Chance auf Heilung bekommen. Deshalb: Lasst Dich typisieren!“

Sollten Sie noch Fragen haben – die Stefan-Morsch-Stiftung ist unter der gebührenfreien Hotline 08 00 - 766 77 24 oder über Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. erreichbar. Auf der Homepage www.stefan-morsch-stiftung.de oder via Facebook kann man sich ebenfalls informieren.

Hintergrund:

Wie funktioniert eine Stammzellspende?

©Foto: pm | nhUm die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. So werden täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei von mehr als 450 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Mitglied der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD). (pm)

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