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Energiegenossenschaft will Einstieg in das Thema Wind vorantreiben Drucken E-Mail
Freitag, den 23. Mai 2014 um 06:24 Uhr

Aufsichtsratsvorsitzender Ralph Kehl führte durch die Generalversammlung der Energiegenossenschaft Vogelsberg eG. ©Foto: pm | nhLauterbach. Sie stieß auf eine außerordentliche Resonanz, die Generalversammlung der Energiegenossenschaft Vogelsberg eG am vergangenen Mittwochabend im Posthotel Johannesberg. Von den inzwischen 447 Mitgliedern waren 110 anwesend – ein Zeichen dafür, dass das Thema der erneuerbaren Energie die Menschen in der Region nach wie vor interessiert.

Aufsichtsratsvorsitzender Ralph Kehl begrüßte unter den Mitgliedern auch die Bürgermeister und Vertreter der Kommunen sowie die Mitglieder des Aufsichtsrates. Die gerade einmal 33 Monate alte Genossenschaft habe bisher viel erreicht und sei von der Idee der Wertschöpfung in Bürgerhand nach wie vor überzeugt, so Kehl. Dr. Birgit Richtberg, Vorstandsvorsitzende der EGV, blickte in ihrem Bericht kurz zurück auf die Anfänge des Zusammenschlusses: die Photovoltaik sei ein verlässlicher Einstieg in das Thema erneuerbare Energie gewesen, mit ihren PV-Anlagen habe die relative junge Genossenschaft fast die 5000 kWp-Marke geknackt, überzeugende Produkte hätten auch jüngere Mitglieder angesprochen.

Auf großes Interesse stieß die Generalversammlung der Energiegenossenschaft Vogelsberg in Lauterbach ©Foto: pm | nhDas Berichtsjahr 2013 habe der EGV einen Anstieg der Mitgliederzahlen um 33% gebracht, das Geschäftsvolumen habe sich verdoppelt, so die Vorsitzende, der Einstieg in das Thema Wind sei vorbereitet worden. „Bei Wind ist mehr drin“, führte Dr. Richtberg aus, „mehr Rendite, aber auch mehr Risiko“. Die Höhe der Investition sowie die Windhöffigkeit bergen ein Risiko, dem die EGV im Sinne ihrer Mitglieder bei der Projektierung gerecht werden müsse. Im Jahr 2013, so Dr. Richtberg, sei ausreichendes Wissen in der Genossenschaft gesammelt worden, um verlässliche Projekte hinsichtlich Wertschöpfung und Risiko auszuwählen. „Die EGV wird außerdem nur dort tätig, wo es von den Menschen erwünscht ist“, betonte sie. „Wir schiffen in einem sehr breiten Fluss. Für uns heißt es steuern, oben bleiben, beim Thema Wind Fahrt aufnehmen!“. Am Ende ihrer Ausführungen gab Richtberg ihren Rückzug aus dem Vorstand bekannt. Sie werde aber gerne im Aufsichtsrat mitarbeiten, so die Romröder Bürgermeisterin. Als ihr Nachfolger im Vorstand werde man dem Aufsichtsrat das bisherige Aufsichtsratsmitglied Lorenz Kock vorschlagen.

»Nicht übervorsichtig, doch des Vertrauens der Anleger bewusst« - Dr. Birgit Richtberg, Vorstandsvorsitzende der Vogelsberger Energiegenossenschaft ©Foto: pm | nhVorstandsmitglied und EGV-Geschäftsführer Günter Mest stellte den Mitgliedern im Anschluss die neue Struktur der EGV vor: Mit zwei im Jahr 2013 gegründeten GmbHs, der VOBEG Solar GmbH und der VOBEG Wind GmbH, beteiligt die Genossenschaft sich zum einen als Komplementärin an der Solarstrom Freiensteinau GmbH, zum anderen an den geplanten Windenergieprojekten. Mest stellte den Mitgliedern die Zahlen des im Jahr 2013 von der EGV erworbenen Solarparks Ober-Moos vor und unterstrich die strategische Bedeutung dieses Kaufs. Der Geschäftsführer präsentierte der Versammlung die Bilanz der Genossenschaft im Berichtsjahr, wobei nicht nur die Bilanzsumme von 5.018.229,85 Euro eine beeindruckende Zahl darstellte, sondern auch die Ausschüttung in Form von Zinsen an die Mitglieder von mehr als 50.000 Euro. Insgesamt, so führte Mest aus, wurden im Berichtsjahr 4,5 Millionen Kilowattstunden Solarstrom von der Energiegenossenschaft produziert und eingespeist. Aus dem Überschuss aus dem Jahr 2013 sollen nach dem Vorschlag des Vorstandes über die Ausschüttung hinaus 2% Dividende an die Mitglieder ausbezahlt werden.

EGV-Geschäftsführer Günter Mest präsentierte Zahlen und neue Projekte ©Foto: pm | nhAufsichtsratsvorsitzender Ralph Kehl stellte der Versammlung die Arbeit seines Gremiums vor. Die EGV, so Kehl, wurde im Jahr 2013 erstmals für die Jahre 2011 und 2012 vom Genossenschaftsverband überprüft. Der Verband bescheinigte der Genossenschaft geordnete Rechtsverhältnisse sowie eine geordnete Vermögens- und Finanzlage. Die Organisation des Vorstandes sei angemessen, der Aufsichtsrat sei seiner Arbeit nachgekommen. Kehl dankte vor diesem Hintergrund den Vorstandsmitgliedern Dr. Birgit Richtberg, Günter Mest, Norbert Reinhardt und Bernd Schmidt für ihr Engagement und ihre Kompetenz sowie den Mitgliedern des Aufsichtsrates.

In der Folge stimmte die Versammlung einstimmig der Feststellung des Jahresabschlusses 2013 sowie der vom Vorstand vorgeschlagenen Verwendung des Überschusses zu. Sie entlastete Vorstand und Aufsichtsrat und konnte ebenso einstimmig turnusgemäß einen neuen Aufsichtsrat wählen.

Über die aktuellen Projekte der Genossenschaft informierte nach den Wahlen noch einmal Günter Mest die anwesenden Mitglieder: Im Photovoltaikbereich seien derzeit keine weiteren substanziellen Investitionen zu erwarten, Mitglieder, die aktuell noch investieren möchten, könnten aber noch Anteile am Solarpark Ober-Moos zeichnen.

Engagiert und kompetent: der Vorstand der Energiegenossenschaft Vogelsberg eG (von links): Norbert Reinhardt, Bernd Schmidt, Dr. Birgit Richtberg und Günter Mest ©Foto: pm | nhUm das Thema Wind sinnvoll und angemessen voranzutreiben, arbeitet die EGV derzeit an drei Projekten, führte der EGV-Geschäftsführer aus: Geplant sind Beteiligungen an zwei Windparks in Kirtorf und einem Windpark in Neustadt. Bei allen drei Projekten arbeitet die EGV mit Kooperationspartnern zusammen, plant aber von den errichteten Windkraftanlagen eine bestimmte Anzahl in Eigenregie zu übernehmen. Sollte es im Laufe der Vorbereitungsphase nicht zu Unwägbarkeiten kommen, so Günter Mest, ist die Inbetriebnahme aller drei Anlagen für das Jahr 2015 vorgesehen. Die EGV engagiert sich dort mit einem Gesamtvolumen von 25 Millionen Euro, Beteiligungsangebote an die Mitglieder werden zu gegebenem Zeitpunkt erfolgen.

Dem neu gewählten Aufsichtsrat gehören an: Dieter Bock (Homberg), Lothar Bott (Gemünden), Dirk Eschenröder (Lautertal), Thomas Groll (Neustadt), Martin Hank (Lauterbach), Norbert Jäger (Lauterbach), Ralph Kehl (Gemünden) Ingrid Koch (Großenlüder), Ulrich Künz (Kirtorf), Norbert Lautenschläger (Lauterbach), Rüdiger Rausch (Lautertal), Dr. Birgit Richtberg (Romrod), Walter Ritz (Schlitz), Stephan Rühl (Alsfeld) und Willi Zinnel (Schotten). (pi)

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