Bad Hersfeld: Rufus Beck bester Darsteller der Festspiele PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion nh24   
Mittwoch, den 05. Juli 2006 um 16:36 Uhr

Der große Hersfeldpreis für die beste schauspielerische Einzelleistung 2006 geht an Rufus Beck, den Darsteller des Mephistopheles in der Faust-Inszenierung von Thorsten Fischer.

Rufus BeckBad Hersfeld. Das verkündete am Sonntagmorgen Christoph A. Brander von der Fuldaer Zeitung als Vorsitzender der unabhängigen Kritiker-Jury in einer Stiftsruine mit Sonnendach. In Empfang nehmen konnte Rufus Beck, bekannt als Stimme aus den Harry-Potter-Hörbüchern, die hohe Ehrung nicht, die die Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine schon seit 1962 verleiht. Beck weilte zu Dreharbeiten im österreichischen Zell am See. So nahm Intendantin Elke Hesse den Preis für den Star und gleichzeitig im Namen des Festspielensembles entgegen, denn sie hält nichts von „Rosinen, die man pickt”. Bedingungen für eine gute Einzelleistung würden durch das Team geschaffen, sagte Elke Hesse.

Den Preis bekam Beck für seine „vielschichtige und gegenwärtige Interpretation des Mephisto” (Zitat aus der Begründung). Beck besteche durch virtuose Beherrschung von Sprache, Mimik und Gestik, durch seine starke Bühnenpräsenz und tänzerische Geschmeidigkeit. „Sein Mephisto ist ein raffinierter Dialogpartner und sympathisch-zynischer Entertainer zugleich”, sagte Jury-Sprecher Brandner. Den so genannten kleinen Preis teilte die Jury durch Zwei aus der extra flockig-coolen Shakespeare-Inszenierung „Der Widerspentigen Zähmung”.Anne Breitfeld als Darstellerin der jüngeren Schwester Bianca und Claudius Körber als Diener Tranio kamen über den Hersfeld-Preis erstmals zu schauspielerischen Lorbeeren.
Der Bianca habe Anne Breitfeld die herkömmliche Naivität des Nesthäkchens versagt, sondern den natürlichen Witz einer eigenwilligen, jungen Frau verliehen, so das Urteil. Forcierte Überzeugung, erfrischende Direktheit und einen gewinnenden Charme attestierten die Zeitungskritiker dem quirligen Claudius Körber, der im Stück als Diener in die Rolle des Herrn schlüpft. Diese Preise seien Ausdruck der Hochachtung der Kritiker vor dem jungen und spielfreudigen Ensemble, das unter der Regie von Michael Gruner einem Klassiker frisches Blut injiziert.

Hochachtung von allen Seiten für Intendantin Elke Hesse

Elke HesseBürgermeister Hartmut Henning Boehmer würdigte die Preisvergabe durch die Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine als Mittel, um das Ansehen der Festspiele zu steigern, sah in der Vergabe des Kritikerpreises aber auch ein hervorragendes Medium, um den Nachwuchs zu fördern.
Er nutzte die Gelegenheit, um auf offener Bühne Michael Gruner, den Regisseur von „Der Widerspenstigen Zähmung” zu belobigen und bescheinigte dem Faust-Regisseur Thorsten Fischer, der gerade auf einer griechischen Insel urlaubt und dort an einer 140 Minuten langen Bühnenfassung des schwer verdaulichen Faust II „schnipselt” (Zitat Elke Hesse), eine phantastische Leistung.
Auch Fischer hätte einen Preis verdient, meinte Boehmer. Da biete es sich an, dass der deutsche Theaterverein einen Preis aus der Taufe gehoben habe, der sinnigerweise den Titel „Der Faust” trägt. Für diesen Theater-Oscar in der Kategorie Regie im Freilichttheater wollen die Festspiele Thorsten Fischer nominieren. Andernfalls wolle die Kreisstadt 2007 einen eigenen Regiepreis generieren.

Elke Hesse sprach der Verwaltungschef ein Kompliment aus: Sie habe erfolgreich Kräften widerstanden, die versucht hätten, an ihrem Stuhl zu sägen.

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 05. Juli 2006 um 17:13 Uhr
 

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