Banner
Banner
25:25:50 - Die häusliche Gewaltenteilung Drucken E-Mail
Montag, den 23. November 2009 um 15:45 Uhr
Ein Beitrag von Universitätsprofessor Dr. Gerhard Amendt zur Aktion "Gewalt kommt mir nicht in die Tüte"

Universitätsprofessor Dr. Gerhard Amendt (Foto: Privat/nh)Schwalmstadt/Bremen.
Der Brötchenaktion in Hessen liegt die weit verbreitete Realitätsverkennung zugrunde, die meint, dass wir »nicht darum herumkommen, dass physische Gewalt in Beziehungen überwiegend männlich« sei. Hunderte von Studien haben das widerlegt, aber es scheint auf viele Menschen einen ganz besonders attraktiven Reiz auszuüben, wenn sie sich Frauen als klein und hilflos vorstellen können und als Wesen, die immer der starken Hand eines Mannes, einer Bischöfin oder des Staates bedürfen. Genussvoll scheint es Männern wie Frauen, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven, sich Frauen als hilflos vorzustellen.
Deshalb sei zur Klarstellung auf eine basale Realität der Wissenschaft hingewiesen:

25:25:50
Das heißt: 25 Prozent der Gewalttätigkeit in Beziehungen geht von Frauen aus, 25 Prozent von Männern und 50 Prozent von beiden gemeinsam. Dazu gehören Differenzierungen. Etwa die, dass auf Frauen zwei Drittel und Männer ein Drittel der schweren Verletzungen entfällt. Mit einer Brötchenaktion für allein gepeinigte Frauen hat das nichts gemeinsam. Frauen sind wie Männer selber Peiniger des anderen Geschlechts und vor allem auch der Kinder. Deshalb ist die zweite Realitätsverkennung, dass Frauen und Kinder nur an Männern und Vätern litten. Die Kinder leiden an beiden gleichermaßen, häufiger sogar unter den Müttern, die die Kinder länger am Tag als der Vater um sich haben.

Mehr zu Thema in nh24:

Häusliche Gewalt und Traumatisierung Teil 1
Häusliche Gewalt und Traumatisierung Teil 2

Bäckereien starten Aktion gegen häusliche Gewalt

Von Bäckermeistern und -innen erwarte ich nicht, dass sie diese Zahlen kennen, aber ich erwarte soviel staatsbürgerliche Verantwortung, dass sie die Zuverlässigkeit von Daten ihrer Gesprächspartner, nämlich der hessischen Frauenhausbeauftragten sich bestätigen lassen, die Sie zur Mitarbeit an dieser Aktion aufgerufen hat. Ich möchte von meinem Bäcker solche Brötchen nicht und zumindest solange er solche verkauft, werde ich seine Bäckerei nicht betreten. Dass diese Äußerungen auch rechtlich bedenklich sind, ist den Bäckern wohl noch nicht in den Sinn gekommen. Denn die Zahlen, mit denen gearbeitet wird und die Stoßrichtung der Aktion verstoßen eindeutig gegen das Antidiskriminierungsgesetz.

Und die hessischen Bäcker sollten sich auch nicht damit herausreden, dass Bischöfin Jepsen im hohen Norden diese Aktion bereits durchführte hat. Sie hat jene Feindseligkeit verbreitet, die in mittelalterlicher Vorstellung von bösen und dunklen Mächten, Menschen gegeneinander aufbringt. Wenn die evangelische Kirche in Norden solch eine Aktion betreibt, dann müssen sich die Bäcker und Bäckerinnen in Hessen dem nicht anschließen.

Noch hat die Aktion nicht begonnen. Die Bäcker sollten die Tüten einstampfen und eine Aktion machen, die sich gegen Gewalt in Partnerschaften von Frauen wie von Männern und vor allem auch zum Schutz der Kinder gegen Gewalt in Familien richtet. Und eines sollten sie sich merken. Wer mit der Frauenhausbeauftragten Hessens gemeinsame Sache macht, der kann auf Wahrhaftigkeit nicht rechnen. Denn wie die Begründung der Aktion zeigt, ist die halbe Wahrheit, die ganze Unwahrheit. Die Bäcker sollten sich nicht missbrauchen lassen, denn letztlich bringt sie das in ein schiefes Licht. Und nicht weniger sollten Frauen sich dagegen wehren, dass sie verherrlicht werden. Denn letztlich führt das dazu, dass Frauen über ihre eigene Gewalttätigkeit nicht offen reden dürfen.  Und letztlich ist dies eine Aktion, die Gewalt gegen Männer für zulässig erklärt.

Share
 

Kommentare

 
0 # Rex Mager 2009-11-23 23:06
Klare Worte von Prof. Ahmendt. Wie man es von ihm gewöhnt ist. Gut, daß er die Realitätsverken nungen anspricht (wie man auch schon in 'Befreiungsbewe gung für Männer' in einem Beitrag von Beate Kricheldorf liest) und deutlich macht, daß Gewalt eben nicht typisch männlich ist. Es wird Zeit, daß das auch auf der ganzen Politik-Ebene erkannt wird und in vernünftigen Maßnahmen mündet und nicht eine 22389. Aktion 'Gegen Gewalt an Frauen' vom Zaun gebrochen wird (solche Aktionen gibt es seit 1975 ständig)
Dem Administrator melden
 
 
0 # Andreas Bühler 2009-11-24 00:30
Gut, daß sich jemand zu Wort meldet, um dem Zeitgeist Paroli zu bieten. Dr. Gerhard Amendt ist einer der Engagiertesten auf diesem Gebiet. Und das ist wichtig.
Dem Administrator melden
 
 
0 # Horst Schmeil 2009-11-24 16:21
Dem Kommentar von Prof. Dr. Gerhard Amendt kann ich nur zustimmen. Schaut man in die Geschichte, so gab es vor einigen tausend Jahren ein Matriarchat in Südosteuropa. Dieses Matriarchat war wohl die kriegerischste Gesellschaft der damaligen Zeit. Weiterhin kenne ich keine Regentin der Welt, die keinen Krieg geführt hat oder führt. Nur darf er manchmal nicht so genannt werden wie es derzeit in Deutschland der Fall ist.
Dem Administrator melden
 
 
0 # Christian Heier 2009-11-24 20:44
Es tut gut, so etwas wie diesen Beitrag zu lesen. Angesichts des 'Gewalt gegen Frauen'-Gedenkt ages werden wir momentan mit einseitiger, sexistisch-männ erfeindlicher Propaganda von Feministinnen förmlich zugemüllt. Sie schrecken nicht vor dreisten Lügen zurück und nicht vor abenteuerlichen Übertreibungen, um ihre Interessen in der Öffentlichkeit zu vertreten. Da war eine besonnene Gegenstimme wie die von Prof. Amendt längst überfällig.
Dem Administrator melden
 
 
0 # Alexander Roslin 2009-11-29 13:01
Auch ich bin dankbar, dass es Menschen wie Prof. Amendt gibt, die der feministischen Diskurshoheit in Medien, Universitäten, Politik mutig widersprechen, denn, ja, es gehört mittlerweile Mut dazu, auf die fragwürdigen Zahlenspiele der 'Antigewaltakti vistinnen' hinzuweisen, die natürlich nur Gewalt an Frauen 'kampagnenwürdi g' finden.
Männer als Opfer interessieren nicht, schon gar nicht als Opfer von weiblicher Gewaltanwendung.
Kinder als Gewaltopfer scheinen nur interessant, wenn die Gewalt, die ihnen angetan wurde, von einem Mann verübt wurde.
Wer es wagt, auf dieses unablässige Verbreiten von Halbwahrheiten hinzuweisen, handelt sich schnell den Vorwurf der Frauenfeindlich keit ein und in den Zeiten der politischen Korrektheit ist da u.U. der Staatsanwalt nicht weit.
Männer mittels Halbwahrheiten zu dämonisieren und zu diffamieren, das beanstandet politische Korrektheit ja nicht, solange diese Männer nur weiß und heterosexuell sind.
Dem Administrator melden
 

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist geschlossen.

Valid XHTML & CSS | Template Design ah-68 | Copyright © 2009 by NH24