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Geschrieben von: Dr. Gisela Heimbach
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Donnerstag, 14. Januar 2010 um 13:55 Uhr |
Kassel. Sie ist ein wahrer Zungenbrecher: die nach ihrem Entdecker, dem Franzosen Baron Guillaume Dupuytren benannte Krankheit. Die Dupuytren’sche (gesprochen: Düpuitronsche) Krankheit ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes in der Handinnenfläche, die im Laufe der Zeit die Streckung der befallenen Finger behindert, so dass sie sich krümmen. Dann spricht man von der Dupuytren’schen Kontraktur.
Über die Ursache ist auch heute noch nichts Genaues bekannt. Man weiß lediglich, dass die Erkrankung familiär gehäuft auftritt. Viele Patienten erinnern sich, dass schon ihr Großvater oder ihr Onkel krumme Finger hatte. Das charakteristische Auftreten von Knoten und Strängen an der Innenfläche der Hand mit eingekrümmten Fingern tritt meist im mittleren und höheren Lebensalter auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Erste Anzeichen Zunächst kommt es zu einer Knoten-, dann zu einer Strangbildung in den längs verlaufenden Fasern des Bindegewebes der Handinnenfläche (Hohlhand). „Leider lässt sich die Dupuytren’sche Krankheit nicht medikamentös oder anderweitig konservativ behandeln. Es ist immer wieder versucht worden, mit lokalen Injektionen die Stränge und Knoten zu beseitigen. Dies gelingt aber nicht. Die einzige wirkungsvolle Therapie ist die Operation“ erklärt Dr. Horst Haferkamp, Facharzt für Chirurgie/Handchirurgie in der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel. Er weist allerdings darauf hin, dass Betroffene bei isolierter Knotenbildung in der Hohlhand und solange die Finger nicht behindert sind noch etwas warten können.
Kleine Operation – große Wirkung Der ideale Zeitpunkt der Operation ist erreicht, wenn das Gelenk eines Fingers durch Strangbildung eingekrümmt ist und der Patient die Hand nicht mehr flach auf den Tisch legen kann. „Dann können wir die Operation in übersichtlicher Weise durchführen. Sie erfordert keinen hohen Zeitaufwand, die Verletzungsgefahr der Hohlhandgebilde (Nerven, Gefäße usw.) ist sehr gering. Auch die Gefahr einer nochmaligen Knotenbildung (Rezidiv) ist eher unwahrscheinlich. Eindeutig schlechter sind die OP-Ergebnisse in einem höheren Stadium. Beim drittgradigen Stadium, wenn das Mittelgelenk des Fingers bereits eingekrümmt ist, sind Verletzungs- und Rezidivgefahr wesentlich größer“, so Dr. Horst Haferkamp.
Warten heißt Verschlimmerung Das Üble an der Dupuytren’schen Krankheit ist ihr unaufhörliches Fortschreiten. Wird der optimale Operationszeitpunkt verpasst, verschlimmert sich die Krankheit zusehends. Wenn der Finger bereits eine Kralle in die Hohlhand bildet, wird die Operation sehr aufwändig und es muss mit der Verletzung eines Nervs gerechnet werden. Auch die Gefahr eines Rezidivs ist sehr hoch. Dr. Horst Haferkamp: „Deshalb muss man mit dem Patienten in einem solchen viertgradigen Stadium der Krankheit gegebenenfalls sogar über die Notwendigkeit der Fingeramputation reden. All dies lässt sich vermeiden, wenn der Patient rechtzeitig zur Operation kommt.“ |