| Oberschenkelhalsbruch |
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| Geschrieben von: Claudia Daß |
| Montag, 22. Februar 2010 um 17:41 Uhr |
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Kassel. Junge Menschen brechen sich den Arm, das Bein oder auch den Finger. Bei älteren Menschen dagegen steht der Oberschenkelhalsbruch an erster Stelle. Oft genügt ein Ausrutscher in der Küche oder ein Stolpern über die Teppichkante. Man fällt und der Schenkelhals ist gebrochen. Warum das so ist, erklärt Oberarzt Dr. Axel Blasi, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie und Leiter des Fachbereichs Traumatologie der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel. Was genau ist ein Oberschenkelhalsbruch? Dr. Axel Blasi: Der Oberschenkelknochen ist der längste und schwerste Knochen, den wir haben. An seinem oberen Ende befindet sich der Hüftkopf, der mit der Hüftpfanne des Beckens das Hüftgelenk bildet. Bricht infolge eines Sturzes der Knochen direkt unter dem Hüftkopf am oberen Teil des Oberschenkelknochens, dem Schenkelhals, spricht man von einem Oberschenkelhalsbruch. Warum ist der Oberschenkelhalsbruch eine typische Verletzung bei älteren Menschen? Dr. Axel Blasi: Es gibt mehrere Faktoren, die beim alternden Menschen das Risiko eines Oberschenkelhalsbruches erhöhen. Zunächst spielt die abnehmende Festigkeit der Knochen eine Rolle. Besonders Frauen sind davon betroffen (Osteoporose - mehr zum Thema Osteoporose in nh24 hier). Ältere Menschen leiden oft auch an Herz-Kreislauf- oder Nervenerkrankungen, die immer wieder zu Schwindelanfällen oder kurzer Bewusstlosigkeit und somit zu Stürzen führen. Sehprobleme, ein altersbedingt unsicherer Gang oder die Einnahme mehrerer Medikamente tun ihr Übriges dazu. Auch ein vermindertes Reaktionsvermögen führt zum direkten Aufprall auf das Becken und den Hüftbereich, sodass es hier häufig zu Verletzungen des hüftgelenksnahen Oberschenkels kommt. Wie wird der Oberschenkelhalsbruch behandelt? Dr. Axel Blasi: Möglichst bald wieder auf die Beine zu kommen - das ist bei älteren Menschen die wichtigste Regel. Deshalb sollte das verletzte Bein möglichst schnell stabilisiert werden. Wir unterscheiden zwischen Hüftkopf erhaltenden und Hüftkopf ersetzenden Verfahren. Eine nichtoperative Behandlung ist hier in Ausnahmefällen möglich, meist ist eine Operation unvermeidlich. Welches Verfahren wir einsetzen, entscheidet letztlich der Allgemeinzustand des Patienten sowie die genaue Bruchstelle. Bei der Hüftkopf erhaltenden Technik setzt der Operateur Schrauben, Nägel oder Platten zur Befestigung ein. Diese können langfristig im Körper verbleiben. Bei der Hüftkopf ersetzenden Technik implantieren wir ein künstliches Hüftgelenk. Diese OP wird pro Jahr etwa 380 Mal in unserer Klinik durchgeführt und ist eine der häufigsten Operationen überhaupt. Bereits wenige Tage danach beginnen wir mit Krankengymnastik. Eine mehrwöchige Rehabilitation schließt sich an. In den meisten Fällen kann das Bein sofort wieder voll belastet werden. Dennoch kann es bis zu einem Jahr dauern, bis der Patient sich an das neue Gefühl gewöhnt und seine vollständige Geh- und Bewegungsfähigkeit wieder erlangt. Was sollte man nach der OP beachten und wie kann man einen erneuten Bruch verhindern? Dr. Axel Blasi: Um die Gefahr des Ausrenkens zu verringern, sollte die Toilette und das Bett erhöht werden. Übergewichtige Menschen sollten abnehmen. Wir empfehlen Schwimmen oder Radfahren als geeignete muskelkräftigende Sportarten. Natürlich ist eine weitere Unterstützung durch Krankengymnastik wichtig. Zur allgemeinen Prophylaxe ist eine kalziumreiche Ernährung ratsam. Sportliche Betätigung wirkt sich natürlich immer günstig auf die Stabilität der Knochen aus. Aber auch eine altersgerechte Wohnungseineinrichtung mit entsprechenden Hilfsmitteln und angepasstes Schuhwerk spielen eine große Rolle. (pm) Ansprechpartner: Oberarzt Dr. Axel Blasi, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie und Leiter der Traumatologie der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel Wilhelmshöher Allee 345 34131 Kassel Tel: 0561/3084-0 |

















